Aichacher Stadtplatz mit Spitalkirche und Rathaus
Die Geschichte des Wittelsbacher Landes reicht in die Zeit der Römer und der Kelten zurück. Die Geschehnisse, die die Region prägen, waren oft mit Gewalt und Krieg verbunden: Der Pfalzgraf Otto von Wittelsbach und die Ermordung des deutschen Königs und Sohn Kaiser Barbarossas, Philipp von Schwaben, in Bamberg - die Verwüstungen des 30-jährigen Krieges, um nur wenige zu nennen - Stoff für Romane ohne Ende.
Donnerstag, 7. Juli 2016
Mittwoch, 6. Juli 2016
Die schwankenden Lichter von Ebenried
Unheimliche Geschichten aus dem Wittelsbacher Land
„Einmal ging auch ein abergläubischer
Ebenrieder mit seiner Ehegesponsin, ziemlich schwer mit Alkohol
aufgeladen, nach Hause. Da sahen sie über das Moos Lichter, die nach
oben und unten schwankten.
„Sieh, so müssen die armen Seelen
umherwandern, bis sie zur ewigen Ruhe kommen“, sagte der Alte.
Eigentümlicherweise bewegten sie sich auf die beiden zu. Als sie
fast ganz nahe waren, fielen die beiden vor Angst sich bekreuzigend
auf die Knie. Es geschah ihnen aber nichts; denn es waren zwei
Pfarrermägde von Haunswies mit zwei Laternen, die für die
Lehrersgattin die Hebamme von Affing holten. Seitdem hat man wenig
mehr vom Geisterspuk in der Mandling und die Schule bemüht sich,
jede Erscheinung mit gesunden Sinnen und nicht mit Furcht und Gruseln
oberflächlich zu betrachten und zu beobachten.
(Hauptlehrer J. Deinböck, Haunswies
aufgezeichnet 1914)
Dienstag, 5. Juli 2016
Montag, 4. Juli 2016
4. Juli 1634
Historischer Tageskalender für das Wittelsbacher Land
Da die Aichacher Bürger den Schweden im Dreißigjährigen Krieg tapfer Widerstand geleistet haben, nahmen die Eroberer grausame Rache. Sie brachten Tod und Verwüstung über die Stadt. Am 4. Juli des Jahres 1634 nahmen sie den Bürgermeister Georg Sedlmair gefangen und nagelten ihn auf ein Brett, dass sie am Unteren Tor aufstellten. Der Tod war für ihn die Erlösung.
Sonntag, 3. Juli 2016
Die Hexen am Weiher von Haunswies
Unheimliche Geschichten aus dem Wittelsbacher Land
In der Walpurgisnacht versammeln sich alle Hexen von Haunswies und Umgebung am Weiher hinter St. Jodok. Dabei wollen sie natürlich unbemerkt sein, um nicht in aller Öffentlichkeit als Hexe gebrandmarkt zu werden. In derselben Nacht ging einmal ein Bursche ahnungslos an der entlegenen Kapelle vorbei. Plötzlich lief eine Rotte wilder Weiber auf ihn zu und verprügelte ihn ohne Erbarmen. Je mehr er schrie, umso ärger schlugen sie auf ihn ein. Voller Schrecken rannte er bis zum nächsten Feldkreuz, wo er endlich Ruhe fand. Allmählich gewann er seinen Mut und schlich zurück, um sich Gewissheit über die Persönlichkeit der Hexen zu verschaffen. Er versteckte sich in einem dichten Gestrüpp und beobachtete die Hexen längere Zeit. Sie ritten auf Besenstielen mit fliegenden Haaren im Kreise um den Weiher. Aber er konnte niemand erkennen, denn sie sausten, wie vom Sturmwind getrieben, umher. Als es vom Kirchturm her die zwölfte Stund schlug, war der ganze Spuk verschwunden.
(erzählt von J. Deinböck)
Samstag, 2. Juli 2016
Aichachs Obere Vorstadt
Wie es den alten Schriften zu
entnehmen ist, besaß Aichach in früheren Jahrhunderten nur eine Vorstadt
und zwar die heutige Obere Vorstadt. (In meinen Romanen gibt’s bereits im 15. Jahrhundert eine Untere
Vorstadt)
Die frühesten Hinweise ihres Bestehens datieren aus dem 14. Jahrhundert. Im Jahre 1393 entstand zwischen den bayrischen Herzögen über die Vormundschaft der unmündigen Kinder des verstorbenen Landshuter Herzogs Friedrich ein heftiger Streit, im Verlaufe dessen der Ingolstädter Herzog Ludwig im Barte die dem Münchner Herzog Johann gehörende Stadt Neustadt überfiel. Der Münchner revanchierte sich, belagerte Aichach und versuchte die Mauern zu erstürmen. Da dies den Belagerern aber nicht gelang, plünderten sie die „Vorstadt“, umliegende Dörfer und Mühlen und setzten sie in Brand. Nachdem sie vor den Aichacher Mauern gescheitert waren, zogen die Münchner weiter nach Friedberg, eroberten die Stadt und plünderten sie.
Die frühesten Hinweise ihres Bestehens datieren aus dem 14. Jahrhundert. Im Jahre 1393 entstand zwischen den bayrischen Herzögen über die Vormundschaft der unmündigen Kinder des verstorbenen Landshuter Herzogs Friedrich ein heftiger Streit, im Verlaufe dessen der Ingolstädter Herzog Ludwig im Barte die dem Münchner Herzog Johann gehörende Stadt Neustadt überfiel. Der Münchner revanchierte sich, belagerte Aichach und versuchte die Mauern zu erstürmen. Da dies den Belagerern aber nicht gelang, plünderten sie die „Vorstadt“, umliegende Dörfer und Mühlen und setzten sie in Brand. Nachdem sie vor den Aichacher Mauern gescheitert waren, zogen die Münchner weiter nach Friedberg, eroberten die Stadt und plünderten sie.
Im
Dreißigjährigen Krieg überrollte Aichach die Kriegsfurie. Die Vorstadt
wurde einschließlich der St. Helena Kirche bis auf die Grundmauern
zusammengeschossen. In den Jahrzehnten die folgten wuchs eine neue
Vorstadt aus den Ruinen und an der Stelle an der sich die Straßen nach
München und Augsburg trennen erhob sich erneut die Kapelle St. Helena.
Sie wurde 1808 leider verkauft und in ein Wohnhaus umgewandelt. Ein
Dachstuhlbrand im Jahre 1872 zerstörte das noch vorhanden Ziegeldach der
Kapelle, während sich in den Umfassungsmauern noch die Umrisse des
ehemaligen Gotteshauses finden.
Die Vorstadt verband früher eine am Stadttor befindliche Brücke mit dem Stadtkern. Bis zum Jahr 1804 umgab die Stadtmauern Aichachs ein doppelter Wassergraben, in dessen Mitte ein Erdwall aufgeschüttet war. In den Jahren vor der Einebnung diente er den Bürgern nicht nur zum Schutz, sondern auch den Bürgern zum „Lustwandeln“.Auf Anregung des kurfürstlichen Rentbeamten (Kämmerer) Simon von Zwack wurden die Gräben im Jahr 1806 aufgefüllt. Das Areal wurde unter den Bürgern aufgeteilt. Dort entstanden Wiesen, Gärten, aber auch verschiedene Gebäude.
Der Aichacher Bürgermeister und Brauer Lorenz Alois Gerhauser, der eine Geschichte der Stadt verfasste, berichtete von den negativen Auswirkungen, die das Einebnen der Stadtgräben mit sich brachte. Auf einmal stellte die Feuchtigkeit ein Problem für die vorher sehr trockene Stadt dar.
Außerhalb des Oberen Tores standen auf beiden Seiten der Straße einige im ähnlichen Stil errichtete Häuser, die man Herrenhäuser nannte. In ihnen sollen auf der einen Seite Beamte des Deutschen Ordens und auf der anderen Seite Geistliche gewohnt haben.
Erst später entwickelte sich im Norden Aichachs außerhalb des Unteren Tores eine weitere Vorstadt. Danach musste man die obere und untere Vorstadt unterscheiden.
Die Vorstadt verband früher eine am Stadttor befindliche Brücke mit dem Stadtkern. Bis zum Jahr 1804 umgab die Stadtmauern Aichachs ein doppelter Wassergraben, in dessen Mitte ein Erdwall aufgeschüttet war. In den Jahren vor der Einebnung diente er den Bürgern nicht nur zum Schutz, sondern auch den Bürgern zum „Lustwandeln“.Auf Anregung des kurfürstlichen Rentbeamten (Kämmerer) Simon von Zwack wurden die Gräben im Jahr 1806 aufgefüllt. Das Areal wurde unter den Bürgern aufgeteilt. Dort entstanden Wiesen, Gärten, aber auch verschiedene Gebäude.
Der Aichacher Bürgermeister und Brauer Lorenz Alois Gerhauser, der eine Geschichte der Stadt verfasste, berichtete von den negativen Auswirkungen, die das Einebnen der Stadtgräben mit sich brachte. Auf einmal stellte die Feuchtigkeit ein Problem für die vorher sehr trockene Stadt dar.
Außerhalb des Oberen Tores standen auf beiden Seiten der Straße einige im ähnlichen Stil errichtete Häuser, die man Herrenhäuser nannte. In ihnen sollen auf der einen Seite Beamte des Deutschen Ordens und auf der anderen Seite Geistliche gewohnt haben.
Erst später entwickelte sich im Norden Aichachs außerhalb des Unteren Tores eine weitere Vorstadt. Danach musste man die obere und untere Vorstadt unterscheiden.
Freitag, 1. Juli 2016
1. Juli 1149
Historischer Tageskalender für das Wittelsbacher Land
1. Juli 1149
Auf einer Urkunde König Konrad III,
die sich in der Markus-Bibliothek in Venedig befindet, wird der Name
Otto von Wittelsbach erwähnt, als „Oto Paat. de Withelmesbach“.
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