Freitag, 6. Mai 2016

Die Panduren in Andersbach

Unheimliche Geschichten aus dem Wittelsbacher Land

Die Panduren in Andersbach

Eine Erzählung aus dem Ecknachtal

Im Besitz eines Bauern aus Andersbach befindet sich eine Votivtafel ohne Jahreszahl, auf der steht, dass der Bauer Josaphat Held aus schwerer Not durch die Hilfe Gottes errettet wurde. Auf dem Bild selbst ist der Bauer dargestellt und hinter ihm zwei Panduren zu Pferde.

Der Sage nach sollen im Jahre 1740 Panduren den Hof geplündert haben. Den Bauern wollten sie mit in ihr Lager nach Aichach nehmen. Sie trieben ihn vor sich her. Zwischen Klingen und Ecknach entkam er und flüchtete in den Sumpf, der damals das Ecknachtal füllte. Die Panduren verfolgten ihn dorthin. Der Bauer, leichter als die Reiter zu Pferde entkam, während seine Verfolger versanken und jämmerlich ertranken.

Donnerstag, 5. Mai 2016

Erste Aichacher Zeitung

Am 14. Januar 1843 erschien die erste Aichacher Zeitung - "Das Aichacher Wochenblatt". Damals noch mit dem Untertitel für Gott, König und Vaterland, wobei man unter Vaterland Bayern und nicht Deutschland verstand.

Heute kann man in Aichach zwei Tageszeitungen mit Regionalteil lesen, die Aichacher Nachrichten und die Aichacher Zeitung.


Mittwoch, 4. Mai 2016

Friedl, Friedl – geig`, geig`!

Friedl, Friedl – geig`, geig`!

Eine Inchenhofener Volkssage 

Man erzählt sich über den Friedl folgendes: Vor langer, langer Zeit lebte in Inchenhofen ein Mann, Friedl mit Namen, der wegen seines schlechten Lebenswandels in schlechtem Rufe stand und dessen Seele dem Teufel verschrieben war. Als er starb und seine Leiche beerdigt werden sollte, vermochte nicht einmal ein Gespann von zwölf starken Pferden diese von der Stelle zu bewegen. Nun begann ein Klostergeistlicher den bösen Geist zu beschwören. Erst nach großen Schwierigkeiten gelang es dem frommen Mönch, ihn in eine Flasche zu bannen. Jetzt verbrachte man mühelos den Friedl in der Flasche in das Bannholz und vergrub sie in der sogenannten Friedlgrube. Wer auf dem Fußweg zur Ölmühle den Wald durchquert, kommt an dieser sagenhaften Grube, in der zur Sommerzeit die schönsten Beeren reifen, vorbei. Ruft man nun mit lauter Stimme: Friedl, Friedl – geig`, geig`!, so ertönt sogleich eine wundersame Melodie, die Friedl auf seiner Geige spielt, und der Rufer wird von ihr so sehr bezaubert, dass er jegliche Richtung im Wald verliert, sich verirrt und nicht mehr heraus findet.

Montag, 2. Mai 2016

Der Hinrichtung entronnen

Wias friaras wor im Wittelsbacher Land!


Aus den Aufzeichnungen des Lorenz Alois Gerhauser (ehemals Aichacher Bürgermeister und Brauereibesitzer)

Der Hinrichtung entronnen (1827)


"2 Personen, Josef Schweizer und Viktoria R. wurden hier vor bereits fünf viertel Jahren gefänglich eingebracht und wegen Todschlag eines Gütlers von Winden unweit Kühbach, processirt.
Nach einem Verlauf von dreiviertel Jahren wurden auch diese beiden durch Löbl. Appellations Gerichts-Erkenntnis zum Tode abgeurteilt. Zu gleicher Zeit starb der inquirirenal Commissair, königl. Landgerichts Assessor Scheitle dahier, durch einen Sturz vom Pferde eines schauerlichen Todes. Der Prozeß vorbenannter Delinquenten wurde reaßumirt, der Leichnam des Erschlagenen, beinahe ganz verfault, nochmal ausgegraben und untersucht, hiernach dann die Deliquenten von der Todesstrafe absolviert und nun am 22. Februar d. J. wurden beide Personen, jegliche eine Stunde, auf dem Pranger aufgestellt, sonach Josef Schweizer nach Lichtenau, und Viktoria. R nach München zu lebenslänglicher Kettenstraf. Läßt sich hieraus nicht unverkennbar Gottesfügung erblicken?"

Leider hat Gerhauser nicht erwähnt, warum der Prozess noch einmal aufgerollt wurde, nachdem der Gerichtsassessor tödlich verunglückte. Eine göttliche Fügung ist zwar irgendwie auch eine Erklärung, aber wer gibt sich heutzutage schon damit zufrieden? Und ob lebenslange Kettenstraf, humaner war, als die Hinrichtung, daran zweifelt der Homunculus stark. Weiß jemand mehr über den Prozess?

Sonntag, 1. Mai 2016