Donnerstag, 14. Juli 2016

14. Juli 1546

Historischer Tageskalender für das Wittelsbacher Land 

14. Juli 1546


Durch die Unsicherheiten, die die Reformation mit sich brachte, flüchtete das Augsburger Domkapitel nach Aichach. Dort blieben sie bis zum 8. August.

Mittwoch, 13. Juli 2016

Dienstag, 12. Juli 2016

Krankheiten und Volksheilkunde

Wias friaras wor im Wittelsbacher Land

Sitten und Gebräuche


Bei Diphterie wird Bienenbrut (eine Bienenwabe mit Larven) in Milch gesotten, dann in einem leinenen Säcklein um den Hals gelegt und rasch gewechselt, damit es immer heiß ist.

Bei Masern läßt man die Kinder viel Met trinken und hält sie warm, damit sie schön schwitzen.

Die Warzen bestreicht man mit Schnecken, zählt dann die Warzen ab, macht an einen Zwirn so viele Knoten, als es Warzen sind und vergräbt ihn.

Sommersprossen vergehen, wenn man beim Betreten einer fremden Kirche gut mit Weihwasser wäscht.

Hühneraugen vergehen, wenn man beim Gottesdienst während der Wandlung umschaut und dabei spricht: „Ist das Umschaun in der Wandlung a Sünd, so will ich, daß mein Hühneraug verschwind.“

Ein Überbein vergeht, wenn man es beim Schein des Vollmonds reibt, und dabei spricht: „Vollmond schau mein Überbein an, stehts mir wohl an, lass es dran, stets mir ned an, nimms zu dir hinan!“

Gegen die Wassersucht fängt man eine Kröte und bindet ihr an ein Bein ein Säcklein, in welches man die abgeschnittenen Nägel der Finger und Zehen des Patienten steckt. Dann gibt man der Kröte die Freiheit; so nimmt sie mit den Nägeln auch die Wassersucht fort.

Zahnweh vergeht, wenn man einer lebendigen Maus den Kopf abbeißt, diesen in einen Stofffetzen bindet und sich dann um den Hals hängt.

Rotlauf verschwindet, wenn man in seiner Kammer zwei Turteltauben hält, weil dies die Krankheit an sich ziehen.

Die Patienten des Aichacher Badermeisters Simon Schenk konnten sicher sein, dass er keines dieser Mittel anwendete. Wenn sie es nicht glauben wollen, können sie es in meinem Mittelalterkrimi "Homunculus - Das tote Mädchen vom Gerberhof" nachlesen.

Montag, 11. Juli 2016

Aichacher Frauengefängnis

Aichacher Frauengefängnis - heute Justizvollzugsanstalt, damals hieß es Zuchthaus.
Das Bild stammt aus dem Jahr 1931

Sonntag, 10. Juli 2016

Trudeneier

Wias friaras wor im Wittelsbacher Land


Sitten und Gebräuche



Trudeneier nennt man zu kleine Eier. Man wirft sie übers Haus fort, um Unglück zu vermeiden.

Und wen oana auf da andan Seitn daher kommt und s drifft eam, nachad hoda hoid Bech ghobt.

Samstag, 9. Juli 2016

Freitag, 8. Juli 2016

Das Tränentaschentuch

Alte Sitten und Gebräuche aus dem Wittelsbacher Land


Es ist schade um manche im Aussterben begriffene Sitte. Eine ganz reizende Sitte gab es in früheren Zeiten. Heiratete ein junges Mädchen, so erhielt es ein von der Mutter eigenhändig gesponnenes Leinentuch mit, das nur dazu zu dienen hatte, die Tränen der Braut, die sie beim Abschied aus dem Elternhause vergoß, aufzufangen. Nach der Trauung glättete die junge Frau das Tuch und legte es zusammen, um es hinfort als teures Andenken ans Elternhaus und an die Hochzeit an einem bestimmten Platze des Schrankes aufzubewahren. 

Starb dann nach vielen Jahren oder Jahrzehnten die einstmalige Braut – vielleicht als altes, zitterndes Mütterchen, so wurde das Braut- und Tränentaschentuch, das die Mutter der Verstorbenen einst webte, aus dem Schranke genommen und der Toten über das Gesicht gebreitet. Und also, von Mutters Linnen bedeckt, trug man die Entschlafene hinab, dorthin, wo uns allen auszuruhen bestimmt ist.