Das Wittelsbacher Land ist größer als der Landkreis Aichach-Friedberg
Die Geschichte des Wittelsbacher Landes reicht in die Zeit der Römer und der Kelten zurück. Die Geschehnisse, die die Region prägen, waren oft mit Gewalt und Krieg verbunden: Der Pfalzgraf Otto von Wittelsbach und die Ermordung des deutschen Königs und Sohn Kaiser Barbarossas, Philipp von Schwaben, in Bamberg - die Verwüstungen des 30-jährigen Krieges, um nur wenige zu nennen - Stoff für Romane ohne Ende.
Mittwoch, 7. September 2016
Dienstag, 6. September 2016
6. September 1875
Historischer Tageskalender für das Wittelsbacher Land
Einzug des deutschen Kronprinzen Friedrich Wilhelm, des späteren Kaisers Friedrich III (des 99 Tage Kaisers), in Aichach. Er traf mit dem Sonderzug ein und wurde am Bahnhof feierlich von den Bürgern und Honoratioren des Landes empfangen. Die Manöver des 1. königlich-bayrischen Armeekorps bei Kühbach und Peutenhausen waren der Anlass für seinen Aufenthalt im Wittelsbacher Land.
Montag, 5. September 2016
Die Geißler in Aichach
Geschichten aus dem Wittelsbacher Land
In einem Dokument von 1753 im Aichacher Pfarrarchiv wird vom Auftreten von Geißlern in der Stadt berichtet.
Es muss ein gespenstischer Anblick gewesen sein, als die Geißler,
Männer und Frauen, in weiße, linnene Kutten gehüllt, das Gesicht mit
einer Tuchmaske verborgen durch die Stadt zogen. Die Büßer hatten den
Rücken entblößt und schlugen sich mit Ruten und Peitschen, so das das
Blut in Strömen floss. Aus Rechnungen der Stadt Aichach geht hervor,
dass die Geißler ihre Exerzitien im alten Schulhaus gegenüber des
späteren Cafe Kögls (heute Cafe Pino) durchführten und das die Räume im
Schulhaus am nächsten Tag, wegen der vielen Blutspritzer neu gekalkt
werden mussten. Für die Versorgung der Wunden, aber auch das Ausbessern
der Geißeln war ein Bader zuständig.
Wer von den Bürgern sich an diesen Selbstgeißelungen beteiligt hatte, ist heute nicht mehr nachzuvollziehen. Es ist anzunehmen, dass die Mönche des Deutschen Ordens in Blumenthal sich unter den Geißlern befanden, da die Ordensregeln vorschrieben, dass die Brüder sich an bestimmten Wochentagen geißeln mussten. Weiterhin kann man vermuten, dass die Brüder der Corpus Christi- und Sebastiansbrüderschaften ebenfalls diesen mittelalterlichen Büßergeist zur Schau trugen. Die Büßer und Kreuzzieher waren ebenfalls in mit Augenschlitzen versehenen Kutten gehüllt, ähnlich wie die sogenannten Gugelmänner, die noch beim Leichenzug König Ludwig II vermummt mit brennenden Kerzen neben dem Sarg einherschritten. Die Kreuzzieher schleppten oft zentnerschwere Holzkreuze auf ihren Schultern durch die Straßen, murmelten Gebete und monotone Gesänge. Wenn man sich das Ganze nachts vorstellt, beleuchtet durch Fackeln und Pechpfannen, durch Rauch geschwängerte Luft, so wäre dies auch für den heutigen Zeitgenossen ein gespenstischer, grauenvoller Anblick.
Wer von den Bürgern sich an diesen Selbstgeißelungen beteiligt hatte, ist heute nicht mehr nachzuvollziehen. Es ist anzunehmen, dass die Mönche des Deutschen Ordens in Blumenthal sich unter den Geißlern befanden, da die Ordensregeln vorschrieben, dass die Brüder sich an bestimmten Wochentagen geißeln mussten. Weiterhin kann man vermuten, dass die Brüder der Corpus Christi- und Sebastiansbrüderschaften ebenfalls diesen mittelalterlichen Büßergeist zur Schau trugen. Die Büßer und Kreuzzieher waren ebenfalls in mit Augenschlitzen versehenen Kutten gehüllt, ähnlich wie die sogenannten Gugelmänner, die noch beim Leichenzug König Ludwig II vermummt mit brennenden Kerzen neben dem Sarg einherschritten. Die Kreuzzieher schleppten oft zentnerschwere Holzkreuze auf ihren Schultern durch die Straßen, murmelten Gebete und monotone Gesänge. Wenn man sich das Ganze nachts vorstellt, beleuchtet durch Fackeln und Pechpfannen, durch Rauch geschwängerte Luft, so wäre dies auch für den heutigen Zeitgenossen ein gespenstischer, grauenvoller Anblick.
Sonntag, 4. September 2016
König Ludwig III besucht Aichach
Am 28. Mai 1914, nur wenige Wochen vor Ausbruch des ersten Weltkriegs,
besuchte König Ludwig III mit seiner Familie Aichach und
Oberwittelsbach, anlässlich der 800 Jahrfeier der Burg Wittelsbach.
Die Besuche der Wittelsbacher am Sitz ihrer Vorväter sind rar gesäht. Nach der Ermordung des deutschen Königs Philipp von Schwaben, des Sohns Kaiser Barbarossas, durch den Pfalzgrafen Otto von Wittelsbach im Jahr 1208 und der darauffolgenden Zerstörung der Burg im Jahr 1209, erinnert dieser Ort eher nicht an die Ruhmestaten der Wittelsbacher.
Die Besuche der Wittelsbacher am Sitz ihrer Vorväter sind rar gesäht. Nach der Ermordung des deutschen Königs Philipp von Schwaben, des Sohns Kaiser Barbarossas, durch den Pfalzgrafen Otto von Wittelsbach im Jahr 1208 und der darauffolgenden Zerstörung der Burg im Jahr 1209, erinnert dieser Ort eher nicht an die Ruhmestaten der Wittelsbacher.
Samstag, 3. September 2016
Hinterkaifeck
Geschichten aus dem Wittelsbacher Land
In Hinterkaifeck bei Schrobenhausen ereignete im Jahr 1922 sich einer der schrecklichsten Kriminalfälle im Bayern des vergangenen Jahrhunderts, der bis heute nicht aufgeklärt werden konnte. Auf dem Einödhof, der sich etwa sechs Kilometer von Schrobenhausen entfernt befand, wurden in der Nacht vom 31. März auf den 1. April sechs Menschen ermordet, indem man ihnen mit einer Hacke die Schädel einschlug.
Was geschah vor der Tat?
Wenige Tage vor der Tat bemerkte der Austragsbauer Andreas Gruber im Schnee Spuren, die zum Hof Hinterkaifeck führten, aber nicht wieder heraus. Danach vermissten die Bewohner der Einöde einen Haustürschlüssel. Außerdem hatte jemand an der Motorhütte des Hofes das Vorhängeschloss aufgebrochen und im Stall ein Rind losgebunden. Die Hinterkaifecker beobachteten, dass das Anwesen vom Wald her von einem Mann mit Schnauzbart beobachtet wurde. In der Nacht vernahmen sie auf dem Dachboden über ihren Schlafräumen Schritte, doch Andreas Gruber bemerkte niemanden, als er das Gebäude durchsuchte. Obwohl er von diesen Beobachtungen erzählte, weigerte er sich, Hilfe von den Nachbarn oder der Polizei anzunehmen.
Was geschah in der Nacht vom 31. März auf den 1. April 1922?
Am Nachmittag des 31. März 1922, einem Freitag, fraf Maria Baumgartner, eine neue Magd auf dem Hof einn. Das genaue Tatgeschehen konnte nur unzureichend nachgestellt werden. Man vermutet jedoch, dass am späten Abend die Eheleute Andreas und Cäzilia Gruber, deren Tochter Viktoria Gabriel und Enkelin Cäzilia Gabriel nacheinander in die Scheune gelockt und dort erschlagen wurden. Durch eine Obduktion wurde später nachgewiesen, dass die siebenjährige Cäzilia, nachdem ihr der Schädel eingeschlagen worden war, noch mindestens zwei Stunden lebte. Von der Scheune aus drang der Täter ins Haus ein, wo der zweijährige Josef in seinem Stubenwagen im Schlafzimmer seiner Mutter und die Dienstmagd Maria Baumgartner in der Gesindekammer erschlagen wurden.
Wie wurde die Tat entdeckt?
Zwischen dem Tatzeitpunkt und der Entdeckung der Tat vier Tage später müssen sich der oder die Täter noch im Haus aufgehalten haben, da das Vieh gefüttert, getränkt und gemolken wurde. Außerdem entdeckte die Polizei, dass der gesamte Vorrat an Brot verschwunden und das Fleisch in der Vorratskammer frisch angeschnitten worden war.
Am 1. April, dem Samstag sowie am folgenden Montag und Dienstag fehlte die Tochter Cäzilia unentschuldigt in der Schule. Außerdem fiel auf, dass die Einwohner der Einöde am 2. April nicht am Sonntagsgottesdienst in Waidhofen teilnahmen. Am Montag, dem 3. April bemerkte der Briefträger, als er nach Hinterkaifeck kam, dass sich die Post vom Samstag noch immer dort befand, wo er sie hingelegt hatte und dass anscheinend niemand auf dem Hof war. Der Monteur, der am 4. April in vermeintlicher Abwesenheit der Hinterkaifecker auf dem Hof den Motor der Futterschneidemaschine reparierte, erzählte Einwohnern der Nachbardörfer, dass er sich etwa fünf Stunden lang in Hinterkaifeck aufgehalten habe, aber niemanden angetroffen habe. Deshalb drangen mehrere Männer aus den Nachbardörfern noch am selben in den Gebäudekomplex ein, wo sie das schreckliche Verbrechen entdeckten.
Bis heute konnte das Verbrechen nicht aufgeklärt werden.
Das Drama bildete die Grundlage für den Bestseller „Tannöd“ der Autorin Andrea Maria Schenkel aus dem Jahr 2006.
Freitag, 2. September 2016
Donnerstag, 1. September 2016
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