Mittwoch, 14. Dezember 2016

Donauwörther Straße und Sebastiankapelle in Aichach

Sebastianskapelle in der Donauwörther Straße um 1900

 


Die Sebastianskapelle in der Donauwörther Straße lag an meinem täglichen Schulweg. Die Straße war auf diesem Foto noch nicht gepflastert oder geteert. Der kleine Michael (oder Miehee) ging vier Jahre in die Evangelische Volksschule der Kreisstadt, dass bedeutete damals vier Klassen in einer mit dem Fräulein Herbert als einziger Lehrerin. Dagegen besuchten die Katholischen normale Klassen, jedoch nach Jungen und Mädchen getrennt. Die Volksschule als Konfessionschule wurde in Bayern erst 1968 als Regelschule durch Volksentscheid und Verfassungsänderung abgeschafft. Bis 1968 war Aichach auch die einzige Kreisstadt in Bayern ohne weiterführende Schule, erst 1968 wurde die Wittelsbacher Realschule gegründet. Wollte man aufs Gymnasium oder auf die Realschule musste man jeden Tag mit dem Zug nach Augsburg, Friedberg oder Schrobenhausen fahren. Kein Wunder, dass noch kein Nobelpreisträger aus Aichach kam.

Montag, 12. Dezember 2016

Polizeimeldung von 1923

Geschichten aus dem Wittelsbacher Land


„Gestern nachmittags schlich sich in momentaner Abwesenheit der Ehefrau eine Frauensperson in das Anwesen des Schneiderbauern in Westerham (Gachenbach) und packte die Feiertagskleider der Familie, Stoffvorräte, 25 Millionen Bargeld und sonstige Wertsachen zusammen; ein männlicher Begleiter aus dem nahen Hörzhausen stand Spähe. Durch die unvermutete Rückkunft der Besitzerin erlitt der so schön vorbereitete Raubzug eine unangenehme Störung. Die beiden Einbrecher flüchteten gemeinsam auf einem Rade.“

Ja, wenn einer 25 Millionen zu Hause rumliegen hat, dann muss er sich nicht wundern.


Sonntag, 11. Dezember 2016

11. Dezember 1810

Historischer Tageskalender für das Wittelsbacher Land

 
An diesem Tag verstarb der Aichacher Tagelöhner Vinzenz Schmid als Folge eines Bisses durch einen tollwütigen Hund. Als man bemerkte, dass es von der Krankheit befallen war, brachte man den Erkrankten in die Schießstatt und schmiedete ihn im oberen Zimmer auf dem Boden an. Er starb noch am selben Tag.

Seit dem Mittelalter hatte sich im Umgang mit dieser Krankheit nicht viel geändert. Damals nannte man sie auch die Hubertus Krankheit und rief den Heiligen Hubertus um Hilfe an. 
 
 

Samstag, 10. Dezember 2016

Freitag, 9. Dezember 2016

Die Ankunft der ersten Gefangenen im Aichacher Gefängnis

Geschichten aus dem Wittelsbacher Land


Wer sich öfters auf der Seite vom Homunculus umschaut, sieht schnell, wie viele Sehenswürdigkeiten das Wittelsbacher Land und sein Mittelpunkt, die Stadt Aichach, zu bieten haben. Leider wird Aichach in der überregionalen Wahrnehmung oft auf die JVA reduziert und unsere deutschlandweit bekannte Prominenz sitzt auch meistens im Gefängnis.

In den Jahren 1905 bis 1908 wurde die Strafanstalt südöstlich der Stadt Aichach an der Straße von Aichach nach München errichtet. Im Januar 1909 nahm das Gefängnis seinen Betrieb auf. Im Amtsblatt des königlichen Bezirksamts und königlichen Amtsgerichts Aichach wird die Ankunft der Gefangenen geschildert:

 
„Das Eintreffen des ersten Transportes der für die kgl. Strafanstalt Aichach bestimmten weiblichen Strafgefangenen fand am Freitag, den 15. Januar abends 5.00 Uhr statt. Vom Bahnhof aus, woselbst sich eine große Anzahl Schaulustiger eingefunden hatte, wurden die Gefangenen 73 an der Zahl, unter starker Gendarmerieeskorte, zur neuen Strafanstalt übergeführt und dort sofort hinter Schloß und Riegel gebracht. Mit dem ersten Transport trafen auch mehrere Kranke, darunter eine Schwerkranke, ein, die in geschlossenen Wagen an ihren Bestimmungsort verbracht wurden. Mit Ausnahme des Sonntags kamen täglich größere Transporte hier an. Unter den Gefangenen, die teils Gefängnis- teils Zuchthausstrafen abzubüßen haben, war die Jugend und das Alter vertreten. Die aus Kaiserslautern, Wasserburg, Würzburg und Sulzbach eingetroffenen Büßerinnen trugen je nach der Anstalt verschiedene Kleidung, mehrere auch weiße Hauben. Wie die menschliche Natur verschieden ist, so maßen die einen der Gefangenen mit frechen Blicken die umherstehende Menschenmenge, während die anderen aus Scham sich nicht aufzublicken wagten oder weinten. In zartbesaiteten Gemütern erregte der Anblick einer solch großen Zahl gefangener Mitmenschen eine traurige Stimmung, und mancher besah sich das Schauspiel nur einmal.“

Damals gab es noch keine Ablenkung durch Fernsehen, Internet, Skandalblättchen oder Fußball und von daher waren die Menschen für jede Ablenkung dankbar, mochte sie noch so makaber sein. Also die Gaffer von heute gab es damals auch schon und beim Zug der „Verbrecher“ durch die Straßen kam noch ein Gruselfaktor hinzu. Zum Beispiel versammelten sich bei der letzten Hinrichtung am 12. Dezember 1835 in Aichach weit über zehntausend Schaulustige um dem Spektakel beizuwohnen.

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Blick in vom Turm der Aichacher Pfarrkirche

Blick in vom Turm der Aichacher Pfarrkirche in Richtung des Oberen Tores
 
 
Mit dem Bau des Gefängnisses ist noch nicht begonnen worden, also entstand das Foto vor 1904.