Freitag, 7. April 2017

Der Geist in der Flasche

Unheimliche Geschichten aus dem Wittelsbacher Land


In Rehling erzählte man sich, dass in der alten Zeit ein Geist umging und den Dörflern übel mitspielte. Als die Menschen nicht mehr wussten, wie sie sich helfen sollten, baten sie den Pfarrer um Hilfe. Er allein konnte den Geist nicht bannen. Sechs erfahrene Patres waren nötig um den Geist einzufangen. Mit viel Mühe, Gebeten und mit einem geheimnisvollen Ritual gelang es ihnen den Spuk in eine Flasche zu sperren. Aber noch war die Arbeit nicht getan: einen Wagen und 16 Pferde brauchte man, um ihn abzutransportieren. Die Flasche wurde im nahen Wald viele Fuß tief vergraben. 


Mittwoch, 5. April 2017

Pfarrer Peter Hackenschmidt aus Sielenbach

Die Reformation im Wittelsbacher Land 

 

Die Reformation ging nicht spurlos am Wittelsbacher Land vorbei. Der Sielenbacher Pfarrer Peter Hackenschmidt sprach sich in seinen Gottesdiensten vehement gegen das Wallfahrtswesen aus, das sich in dieser Zeit oft in übersteigerter Form zeigte. Inchenhofen gehörte damals zu den sechs wichtigsten Wallfahrten in Bayern. Über den Heiligen Leonhard urteilte der Sielenbacher Pfarrer, er sei „so wol ain pueb gwet", gerade wie er selbst. Genauso sprach er sich gegen den Reliquienkult aus, wie man ihn in den Klöstern Hohenwart und Altomünster und im Besonderen in Andechs, dem Ort der Augsburger Bistumswallfahrt, ausübte. Die Reliquien seien keine Heiltümer, vor denen mit „Schinderbeinen“ zu knien müsse, sondern „Schelmpain", abergläubischer Spuk. So mutig wie der Pfarrer predigte, war es nur eine Frage der Zeit bis die Obrigkeit darauf reagierte.
 
„Herrn H. Peter Hackenschmidt und h. Wolfg. Grasmayr (Pfarrer in Walkertshofen) sind bede als mit der Lutherei verdacht von den furstcn fenatelich angenommen und peinlich befragt worden!" 
 
Das heißt beide wurde gefoltert, mit dem Ergebnis, daß Hackenschmidt nach seiner Freilassung aus dem Münchener Falkenturm nicht nach Sielenbach zurückkehren durfte. Er schwor am 6. März l526 die Urfehde und damit seinen früheren Überzeugungen ab. Er versicherte Konrad Schaider, dem Pfarrer an der Frauenkirche München, nie mehr vom rechten Glauben abzuweichen. Vermutlich war dies der Grund warum er sein Sympathisieren mit der neuen Lehre nicht mit dem Tode bezahlte.
 
 

Sonntag, 2. April 2017

Die Burg Schaidbach

Im Jahr 1393 kam es zum Streit zwischen dem Ingolstädter Herzog Ludwig dem Gebarteten und dem Münchner Herzog Johann. Der Münchner schickte seine Soldaten ins Wittelsbacher Land, in dem sie plünderten und brandschatzten. Friedberg wurde belagert, erobert und zerstört. An den Aichacher Mauern bissen sich die Münchner die Zähne aus. Dafür verheerten sie das Umland. In Unterschneitbach stand zu jener Zeit eine feste Burg, in der sich Kaiser Ludwig in seiner Regierungszeit des öfteren aufhielt. Diese wurde vermutlich während dieses Kriegszugs zerstört. Danach ist nur noch von einem Burgstall die Rede.

Die Burg lag auf einem Hügel in einer Schleife der Paar. Im Jahr 1840 würde der Hügel abgetragen und damit sumpfige Paarwiesen aufgefüllt. Wenige Scherben und Münzen wurden dabei gefunden. Das ist halt auch typisch, wie man mit der Geschichte umgeht.