Freitag, 31. März 2017

Tanz- statt Schulvergnügen

Pfarrer Huber erstattete Anzeige beim Aichacher Landgericht. Nicht wegen einer schweren Straftat, sondern weil die Feiertagsschülerin Barbara Bitzl aus Hollenbach und den Georg Blaimair von
Mainbach ohne Erlaubnis zum Tanzen gegangen sind und die Schule schwänzten.
Aus der Anzeige ergibt sich folgendes:

Barbara Bitzl hatte ohne alle Erlaubnis die Tanzmusik der Kirchweihen in Oberschneitbach, Alsmoos und Sainbach besucht. Barbara bestritt die Anschuldigungen nicht. Ihr wurde mehrmaliges Fehlen beim Besuch der Feiertagsschule vorgeworfen, stattdessen sei sie lieber zum tanzen gegangen. Deshalb wurde sie bereits mehrfach ermahnt und verwarnt. Als letztes Mittel sei nun die Anzeige beim Landgericht erfolgt.


„Sehr zweckmäßig dürfte es auch sein, wenn dieses Individuum, die Tochter der ledigen Eierhändlerin Ottilia Utz, allen Ernstes beauftragt würde, sich um einen Dienst zu bewerben, da sie bei ihrer ledigen Mutter ohne Beschäftigung ist und sohin sich dem Müßiggang und einem ausschweifenden Leben ergibt.

Der Sonntagsschüler Georg Blaimair, gebürtig aus Ebenried, Kgl. Landgericht Rain, ist in Mainbach beim Müllerbauer Martin Egger im Dienst. Er blieb nicht nur dreimal hintereinander unbefugt von der sonntäglichen Christenlehre weg, sondern hat auch in Sainbach die Tanzmusik unerlaubt besucht. Dort sei er ferner weit über die Polizeistunde hinaus verblieben, habe dann bei seinem Heimgehen mit einigen anderen Burschen durch schamlose Gesänge durch das Dorf Sainbach die nächtliche Ruhe gestört und Ärgernis gegeben.

Dieses Individuum ist lt. Anzeige der Lokalschulinspektion Ebenried wegen zu frühen Wirtshausbesuches, obwohl 18 Jahre alt, nicht aus der Schule entlassen worden, sondern zu weiterem Schulbesuch condemmiert worden. Außerdem wurde er unter die besondere Aufsicht
der Lokalschulinspektion gestellt. Pfarrer Huber bittet das Landgericht durch geeignetes Einschreiten gegen diese beiden Subjekte der übrigen Schuljugend ein warnendes Beispiel zu statuieren.“

Laut Mitteilung des Landgerichts Aichach vom 28. September 1843 wurden beide mit Arrest bestraft. Letzterer wurde beauftragt, bis Michaelis bei Vermeidung der Heimlieferung aus dem Dienst zu treten und sich nach Hause zu begeben.

Gez. Wimmer
Landrichter.

Mittwoch, 29. März 2017

Lechhausen das Schmugglernest

Das Dorf Lechhausen, heute Stadtteil von Augsburg, war in der alten Zeit berüchtigt. Dort befand sich eine Zollbrücke über den Lech und das kurfürstlich bayerische Zollamt. Nach der bayerischen Niederlage im Spanischen Erbfolgekrieg gehörte Lechhausen von 1706 bis 1714 vorübergehend zur Reichsstadt Augsburg. Als Augsburger Brückenkopf am bayerischen Flussufer wurde Lechhausen in dieser Zeit noch mehr als sonst zum Einfallstor der Schmuggler, vor allem mit Tabak. 


Montag, 27. März 2017

Recht vor 400 Jahren

Der Odelzhausener Weber Hanns Reichlmayr beschuldigt, seine eigene Tochter missbraucht zu haben, wurde am 12. Februar 1628 in die Fronfeste in Dachau eingeliefert. Auf Befehl von Lazarus Zeller von Leutstetten, dem Aichacher Pfleger, brachte man ihn am 6. März in die Stadt an der Paar gebracht, da hier seine Tochter eingekerkert war. Das Opfer wurde in diesem Fall ebenso, wie dem Täter der Prozess gemacht. In dieser Zeit befand sich die Hexenverfolgung in Bayern auf einem traurigen Höhepunkt. Zahlreiche unschuldige Frauen hatten für alles Unglück der Welt zu büßen.

Samstag, 25. März 2017

25. März 1951

Historischer Tageskalender für das Wittelsbacher Land


In Altomünster wurde beim Neubau des Wohnhauses Nr. 35 „zum Häuslpeter“ ein mit 391 Silbermünzen gefüllter Topf in einer Tiefe von einem Spatenstich aufgefunden.