Sonntag, 5. Februar 2017

5. Februar 1871

Historischer Tageskalender im Wittelsbacher Land


Anlässlich der Feierlichkeiten zur Kapitulation der französischen Hauptstadt Paris wurde die Stadt Aichach festlich illuminiert und beflaggt.

Noch zwei weitere schreckliche Kriege sollten folgen, bevor aus den Erbfeinden Freunde wurden.

Samstag, 4. Februar 2017

Obermauerbach, das zweite Lourdes oder warum daraus nichts wurde!

Am 12. Mai 1848 erschien dem zwölfjährigen Johann Stichlmair beim Kühehüten im Wald bei Obermauerbach zum ersten Mal die Jungfrau Maria. Er erzählte seinem Dienstherrn, dem Bauern Lorenz Oswald, beim Mittagessen davon. Als ihm am Nachmittag desselben Tages die Mutter Gottes erneut offenbarte, ging der Bauer mit dem Buben zum Pfarrer des Ortes Eustach Wiedemann.
Der Junge erzählte folgendes, beim ersten Mal habe er eine schöne Frau gesehen. Sie glänzte wie die Sonne und saß weinend auf einem Holzstock.

Bei der zweiten Erscheinung am Nachmittag gab die Frau sich als Muttergottes zu erkennen und redete den Buben an: "Ich kann es nimmer erbitten bei unserm lieben Herrn, dass die Leute so böse sind und nimmer einander lieben." Sie sprach auch von einer "großen Strafe", die Gott schicken werde. Der Bub solle das "offenbaren".

Auch eine Bäuerin aus Untermauerbach bestätigte die Angaben des Buben. Sie sah um die gleiche Zeit ein "weißes Licht" über dem besagten Waldstück.

Obwohl der Geistliche und die katholische Kirche strengste Geheimhaltung über die Vorgänge verordneten, sprach sich vermeintliche Offenbarung der heiligen Maria in Windeseile herum. Tausende Pilger suchten die Stelle im Wald auf, um die Hilfe der Muttergottes zu erbitten.
In Flugschriften wurden die Berichte von der Erscheinung im Wittelsbacher Land im ganzen Reich verbreitet. Trotz staatlichem und kirchlichem Verbot kamen tausende um zu beten.

Der damalige Augsburger Bischof bestellte den Buben und den Ortspfarrer zur Prüfung der Vorgänge ein. Mit dem Vorgang betraute er den jungen Domkapitular Anton Steichele. Der fand heraus, dass Johann Stichlmair kurz zuvor ein Büchlein gelesen hatte, in dem erzählt wurde, wie die Muttergottes 1846 zwei Hirtenkindern in Frankreich erschien. Steichele glaubte nicht, dass die Muttergottes so ein schlechtes Deutsch geredet haben sollte.

Der Geistliche bezeichnete den Buben als Lügner, obwohl ihm der Pfarrer von Obermauerbach einen einwandfreien Leumund bescheinigte. Daraufhin lehnte der Bischof in einem öffentlichen Schreiben die Erscheinungen in Obermauerbach ab. Auch einige Priester wurden getadelt, die die Sache unterstützt hatten. Ein staatliches Verbot hinderte die vielen Pilger nicht daran zum Obermauerbacher Wald zu pilgern. Als im Jahr 1849 eines Nachts ein Altar an der Stelle der Erscheinungen aufgestellt wurde, weigerten sich der örtliche Pfarrer und das bischöfliche Ordinariat, ihn zu beseitigen. Das läge in der Verantwortung der staatlichen Behörden. Das Landgericht Aichach ordnete an ihn zu entfernen. Daraufhin kam es zu heftigen Protesten seitens der einheimischen Bevölkerung.


 Zuerst wurde der Bau einer Kapelle ebenfalls abgelehnt. Erst 1862 konnte der Bauer Lorenz Oswald von Obermauerbach diese errichten. Die alte Kapelle wurde 1948 durch einen Neubau ersetzt.
Johann Stichlmair blieb bis zu seinem Tod 1912 dabei, dass alles so erlebt zu haben, wie es es erzählt hatte.

Mei des war wos gwen, wann de fromma Leid ned nua noch Fatima und Lourdes pilgan dadn, sondan zu uns noch Mauerboch kemmadn. Erschd bettn und nohad beim Canada eikerrn.

Donnerstag, 2. Februar 2017

Flüchtlinge aus Aichach


Die Furie des Dreißigjährigen Krieges wütete besonders im Aichacher Land. Zahlreiche Menschen versuchten sich in der Residenzstadt München und den umliegenden Orten in Sicherheit zu bringen. Die erste Flüchtlingswelle kam, als die Menschen im Jahr 1634 vor den schwedischen Truppen flohen. 12 Jahre später, kurz vor Ende des dreißigjährigen Mordens, fiel die französische Soldateska ins Wittelsbacher Land ein und erneut setzte sich ein Flüchtlingsstrom in Richtung München in Bewegung.


Im Mai 1648 wurde nachfolgende Aichacher in München registriert:

In der Au:

Michael Kopp von Aichach mit Weib und 4 Kindern
Michael Glückh von Aichach mit Weib und 1 Kind
Marx Welzmüller, Zimmermann von Aichach mit Weib
Georg Moßmair von Aichach mit Weib
Adam Wagner von Aichach mit Weib
Michael Willing von Aichach mit Weib
Alexander Obermihler von Aichach mit Weib und 2 Kinder

In Haidhausen:

Carl Strähler von Aichach mit Weib und 1 Kind

In der Sendlinger Gasse:

Christoph Walter, Riemer zu Aichach (Gürtel und Ledereimer etc.) mit dessen Sohn samb beiden Weibern

Im Sommer 1648 ging der Überblick auf Grund der großen Anzahl von Hilfesuchenden verloren, jetzt wurden nur noch Namen von Almosenempfängern am Neuhauser Tor notiert:

Barbara Khrenzin von Aichach, hat ein klaines Kind, hält sich auf der Au auf.
Eva Obermillerin von Aichach, 2 Kinder, Mann arbeitet auf der Schanz
Maria Peurlin von Aichach, 1 Kind, liegt in der Au, begehrt heim.
Rosina Pichlin von Aichach, 2 Kinder, ist bei Frau Schönin in Herberg.
Anna Schidnheiblin von Aichach, 4 Kinder. Ihr Mann läßt sich bei den Mezgern brauchen. Hält sich bei dem Megerl Kistler auf.
Maria Wölzmillerin von Aichach, 2 Kinder. Ihr Mann ist zu Aichach in Arbeit. Hält sich beim Schlosser hinter der Landschaft auf.
Magdalena Hallerin, Eheweib des Georg Haller, Gerichtsamtmann in Aichach, 3 Kinder.
Maria Müllerin von Aichach, 2 Kinder.
Regina Jacobin von Aichach. Ihr Mann sei von den schwedischen Reitern geschlagen worden, also sei sie mit 5 Kindern beim Almosen.Sei beim Wasenmeister alhier in der Herberge.
Ursula Mayrin von Aichach, hatte sich feindshalber hierher begeben, 1Kind. Ihr Mann ist Schuhmacher.
Anna Grienwaldt in von Aichach, sei erst diese Woche vom Feind wieder vertrieben worden, hat keine Kinder

Nach Ende des Krieges blieben vermutlich viele der Flüchtlinge in München und kehrten nicht ins vollständig zerstörte Aichach zurück.

Im 2.Weltkrieg suchten dreihundert Jahre später viele Münchner Kinder in der anderen Richtung im Wittelsbacher Land Zuflucht vor den Bomben der Alliierten.

Mittwoch, 1. Februar 2017

Indie Lese-Festival 2017

Mein Homunculus wurde als Taschenbuch im Rahmen des Indie Lese-Festivals von Amazon ausgewählt.

Deshalb erscheint es von heute an bis zum 1. März 2017 als Taschenbuch zum reduzierten Preis von € 7,99. (Für die Sparfüchse: 16 % gespart)

Also wann, wenn nicht jetzt - zugreifen und natürlich lesen - den Mittelalterkrimi aus dem Wittelsbacher Land

https://www.amazon.de/Homunculus-Das-tote-Mae…/…/ref=sr_1_7…

1. Februar 1635

Historischer Tageskalender für das Wittelsbacher Land

Der schwedische Kommandant von Augsburg Johann Georg aus dem Winkel überfällt erneut Aichach und tötete 30 Mann der Besatzung. Die Schweden nahmen den bayrischen Kommandanten Valtorto, den Oberwachtmeister, den Fähnrich, die Unteroffiziere und 84 einfache Soldaten gefangen. Danach plünderten sie die Stadt.