Die Geschichte des Wittelsbacher Landes reicht in die Zeit der Römer und der Kelten zurück. Die Geschehnisse, die die Region prägen, waren oft mit Gewalt und Krieg verbunden: Der Pfalzgraf Otto von Wittelsbach und die Ermordung des deutschen Königs und Sohn Kaiser Barbarossas, Philipp von Schwaben, in Bamberg - die Verwüstungen des 30-jährigen Krieges, um nur wenige zu nennen - Stoff für Romane ohne Ende.
Montag, 6. Februar 2017
Sonntag, 5. Februar 2017
Samstag, 4. Februar 2017
Obermauerbach, das zweite Lourdes oder warum daraus nichts wurde!
Am 12. Mai 1848 erschien dem zwölfjährigen Johann Stichlmair beim
Kühehüten im Wald bei Obermauerbach zum ersten Mal die Jungfrau Maria.
Er erzählte seinem Dienstherrn, dem Bauern Lorenz Oswald, beim
Mittagessen davon. Als ihm am Nachmittag desselben Tages die Mutter
Gottes erneut offenbarte, ging der Bauer mit dem Buben zum Pfarrer des
Ortes Eustach Wiedemann.
Der Junge erzählte folgendes, beim ersten Mal habe er eine schöne Frau gesehen. Sie glänzte wie die Sonne und saß weinend auf einem Holzstock.
Bei der zweiten Erscheinung am Nachmittag gab die Frau sich als Muttergottes zu erkennen und redete den Buben an: "Ich kann es nimmer erbitten bei unserm lieben Herrn, dass die Leute so böse sind und nimmer einander lieben." Sie sprach auch von einer "großen Strafe", die Gott schicken werde. Der Bub solle das "offenbaren".
Auch eine Bäuerin aus Untermauerbach bestätigte die Angaben des Buben. Sie sah um die gleiche Zeit ein "weißes Licht" über dem besagten Waldstück.
Obwohl der Geistliche und die katholische Kirche strengste Geheimhaltung über die Vorgänge verordneten, sprach sich vermeintliche Offenbarung der heiligen Maria in Windeseile herum. Tausende Pilger suchten die Stelle im Wald auf, um die Hilfe der Muttergottes zu erbitten.
In Flugschriften wurden die Berichte von der Erscheinung im Wittelsbacher Land im ganzen Reich verbreitet. Trotz staatlichem und kirchlichem Verbot kamen tausende um zu beten.
Der damalige Augsburger Bischof bestellte den Buben und den Ortspfarrer zur Prüfung der Vorgänge ein. Mit dem Vorgang betraute er den jungen Domkapitular Anton Steichele. Der fand heraus, dass Johann Stichlmair kurz zuvor ein Büchlein gelesen hatte, in dem erzählt wurde, wie die Muttergottes 1846 zwei Hirtenkindern in Frankreich erschien. Steichele glaubte nicht, dass die Muttergottes so ein schlechtes Deutsch geredet haben sollte.
Der Geistliche bezeichnete den Buben als Lügner, obwohl ihm der Pfarrer von Obermauerbach einen einwandfreien Leumund bescheinigte. Daraufhin lehnte der Bischof in einem öffentlichen Schreiben die Erscheinungen in Obermauerbach ab. Auch einige Priester wurden getadelt, die die Sache unterstützt hatten. Ein staatliches Verbot hinderte die vielen Pilger nicht daran zum Obermauerbacher Wald zu pilgern. Als im Jahr 1849 eines Nachts ein Altar an der Stelle der Erscheinungen aufgestellt wurde, weigerten sich der örtliche Pfarrer und das bischöfliche Ordinariat, ihn zu beseitigen. Das läge in der Verantwortung der staatlichen Behörden. Das Landgericht Aichach ordnete an ihn zu entfernen. Daraufhin kam es zu heftigen Protesten seitens der einheimischen Bevölkerung.
Zuerst wurde der Bau einer Kapelle ebenfalls abgelehnt. Erst 1862 konnte der Bauer Lorenz Oswald von Obermauerbach diese errichten. Die alte Kapelle wurde 1948 durch einen Neubau ersetzt.
Johann Stichlmair blieb bis zu seinem Tod 1912 dabei, dass alles so erlebt zu haben, wie es es erzählt hatte.
Mei des war wos gwen, wann de fromma Leid ned nua noch Fatima und Lourdes pilgan dadn, sondan zu uns noch Mauerboch kemmadn. Erschd bettn und nohad beim Canada eikerrn.
Der Junge erzählte folgendes, beim ersten Mal habe er eine schöne Frau gesehen. Sie glänzte wie die Sonne und saß weinend auf einem Holzstock.
Bei der zweiten Erscheinung am Nachmittag gab die Frau sich als Muttergottes zu erkennen und redete den Buben an: "Ich kann es nimmer erbitten bei unserm lieben Herrn, dass die Leute so böse sind und nimmer einander lieben." Sie sprach auch von einer "großen Strafe", die Gott schicken werde. Der Bub solle das "offenbaren".
Auch eine Bäuerin aus Untermauerbach bestätigte die Angaben des Buben. Sie sah um die gleiche Zeit ein "weißes Licht" über dem besagten Waldstück.
Obwohl der Geistliche und die katholische Kirche strengste Geheimhaltung über die Vorgänge verordneten, sprach sich vermeintliche Offenbarung der heiligen Maria in Windeseile herum. Tausende Pilger suchten die Stelle im Wald auf, um die Hilfe der Muttergottes zu erbitten.
In Flugschriften wurden die Berichte von der Erscheinung im Wittelsbacher Land im ganzen Reich verbreitet. Trotz staatlichem und kirchlichem Verbot kamen tausende um zu beten.
Der damalige Augsburger Bischof bestellte den Buben und den Ortspfarrer zur Prüfung der Vorgänge ein. Mit dem Vorgang betraute er den jungen Domkapitular Anton Steichele. Der fand heraus, dass Johann Stichlmair kurz zuvor ein Büchlein gelesen hatte, in dem erzählt wurde, wie die Muttergottes 1846 zwei Hirtenkindern in Frankreich erschien. Steichele glaubte nicht, dass die Muttergottes so ein schlechtes Deutsch geredet haben sollte.
Der Geistliche bezeichnete den Buben als Lügner, obwohl ihm der Pfarrer von Obermauerbach einen einwandfreien Leumund bescheinigte. Daraufhin lehnte der Bischof in einem öffentlichen Schreiben die Erscheinungen in Obermauerbach ab. Auch einige Priester wurden getadelt, die die Sache unterstützt hatten. Ein staatliches Verbot hinderte die vielen Pilger nicht daran zum Obermauerbacher Wald zu pilgern. Als im Jahr 1849 eines Nachts ein Altar an der Stelle der Erscheinungen aufgestellt wurde, weigerten sich der örtliche Pfarrer und das bischöfliche Ordinariat, ihn zu beseitigen. Das läge in der Verantwortung der staatlichen Behörden. Das Landgericht Aichach ordnete an ihn zu entfernen. Daraufhin kam es zu heftigen Protesten seitens der einheimischen Bevölkerung.
Zuerst wurde der Bau einer Kapelle ebenfalls abgelehnt. Erst 1862 konnte der Bauer Lorenz Oswald von Obermauerbach diese errichten. Die alte Kapelle wurde 1948 durch einen Neubau ersetzt.
Johann Stichlmair blieb bis zu seinem Tod 1912 dabei, dass alles so erlebt zu haben, wie es es erzählt hatte.
Mei des war wos gwen, wann de fromma Leid ned nua noch Fatima und Lourdes pilgan dadn, sondan zu uns noch Mauerboch kemmadn. Erschd bettn und nohad beim Canada eikerrn.
Freitag, 3. Februar 2017
Donnerstag, 2. Februar 2017
Flüchtlinge aus Aichach
Im Mai 1648 wurde nachfolgende
Aichacher in München registriert:
In der Au:
Michael Kopp von Aichach mit Weib und 4
Kindern
Michael Glückh von Aichach mit Weib
und 1 Kind
Marx Welzmüller, Zimmermann von
Aichach mit Weib
Georg Moßmair von Aichach mit Weib
Adam Wagner von Aichach mit Weib
Michael Willing von Aichach mit Weib
Alexander Obermihler von Aichach mit
Weib und 2 Kinder
In Haidhausen:
Carl Strähler von Aichach mit Weib und
1 Kind
In der Sendlinger Gasse:
Christoph Walter, Riemer zu Aichach
(Gürtel und Ledereimer etc.) mit dessen Sohn samb beiden Weibern
Im Sommer 1648 ging der Überblick auf
Grund der großen Anzahl von Hilfesuchenden verloren, jetzt wurden
nur noch Namen von Almosenempfängern am Neuhauser Tor notiert:
Barbara Khrenzin von Aichach, hat ein
klaines Kind, hält sich auf der Au auf.
Eva Obermillerin von Aichach, 2 Kinder,
Mann arbeitet auf der Schanz
Maria Peurlin von Aichach, 1 Kind,
liegt in der Au, begehrt heim.
Rosina Pichlin von Aichach, 2 Kinder,
ist bei Frau Schönin in Herberg.
Anna Schidnheiblin von Aichach, 4
Kinder. Ihr Mann läßt sich bei den Mezgern brauchen. Hält sich bei
dem Megerl Kistler auf.
Maria Wölzmillerin von Aichach, 2
Kinder. Ihr Mann ist zu Aichach in Arbeit. Hält sich beim Schlosser
hinter der Landschaft auf.
Magdalena Hallerin, Eheweib des Georg
Haller, Gerichtsamtmann in Aichach, 3 Kinder.
Maria Müllerin von Aichach, 2 Kinder.
Regina Jacobin von Aichach. Ihr Mann
sei von den schwedischen Reitern geschlagen worden, also sei sie mit
5 Kindern beim Almosen.Sei beim Wasenmeister alhier in der Herberge.
Ursula Mayrin von Aichach, hatte sich
feindshalber hierher begeben, 1Kind. Ihr Mann ist Schuhmacher.
Anna Grienwaldt in von Aichach, sei
erst diese Woche vom Feind wieder vertrieben worden, hat keine Kinder
Nach Ende des Krieges blieben
vermutlich viele der Flüchtlinge in München und kehrten nicht ins
vollständig zerstörte Aichach zurück.
Im 2.Weltkrieg suchten dreihundert
Jahre später viele Münchner Kinder in der anderen Richtung im
Wittelsbacher Land Zuflucht vor den Bomben der Alliierten.
Mittwoch, 1. Februar 2017
Indie Lese-Festival 2017
Mein Homunculus wurde als Taschenbuch im Rahmen des Indie Lese-Festivals von Amazon ausgewählt.
Deshalb erscheint es von heute an bis zum 1. März 2017 als Taschenbuch zum reduzierten Preis von € 7,99. (Für die Sparfüchse: 16 % gespart)
Deshalb erscheint es von heute an bis zum 1. März 2017 als Taschenbuch zum reduzierten Preis von € 7,99. (Für die Sparfüchse: 16 % gespart)
Also wann, wenn nicht jetzt - zugreifen und natürlich lesen - den Mittelalterkrimi aus dem Wittelsbacher Land
https://www.amazon.de/Homunculus-Das-tote-Mae…/…/ref=sr_1_7…
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1. Februar 1635
Historischer Tageskalender für das Wittelsbacher Land
Der schwedische Kommandant von Augsburg Johann Georg aus dem Winkel überfällt erneut Aichach und tötete 30 Mann der Besatzung. Die Schweden nahmen den bayrischen Kommandanten Valtorto, den Oberwachtmeister, den Fähnrich, die Unteroffiziere und 84 einfache Soldaten gefangen. Danach plünderten sie die Stadt.
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