Montag, 6. März 2017

Die feurigen Hunde

Unheimliche Geschichten aus dem Wittelsbacher Land

Früher als man sich an den langen Winterabenden am Kamin noch Geschichten erzählte, machte in Kühbach folgende Erzählung die Runde.

Eines Nachts wanderte ein Bauernknecht, der vor seinem Heimweg in Kühbach ausgiebig eingekehrt war, zurück zur Einöde Wöresbach. Ihr könnt es glauben oder nicht, aber er begegnete mehreren Hunden, aus deren Augen Feuer sprühte. Panik überkam den nächtlichen Wanderer. Er traute sich nicht zurück zu laufen und so ging er ganz langsam weiter, bis er zu einem Kreuz neben einem Brunnen kam. An diesen Tränke traf er auf weitere dieser feurigen Hunde, die dort anscheinend am Wasser labten.
So unheimlich, dem Knecht zitterten die Knie. Er fasste sich ein Herz und schlich weiter. Die Hunde bemerkten es und begleiteten ihn links und rechts des Weges bis die ersten Gebäude von Wöresbach in Sicht kamen. So plötzlich, wie sie auftauchte, war diese unheimliche Erscheinung auch wieder verschwunden.

Der Knecht ging niemals wieder des Nachts diesem Weg und auch um das Kühbacher Wirtshaus machte er von diesem Tage an einen großen Bogen.

Samstag, 4. März 2017

Schule heute und damals


Irgendwie gabs schon immer Ärger mit dem Zustand der Schulen, heute wie damals – dreckig, kein Geld für die Bildung aber für alle anderen Sachen. Am 13. 10. 1864 beschwerte sich der Schulprovisor Gottlieb Metzger (ein Vorfahr von unserm Landrat?) von Igenhausen in einem Schreiben an das Landgericht Aichach: 


 „Die hiesigen Schullokalitäten sind seit mehr als einem Jahre nicht mehr repariert und überweiselt worden und befinden sich in einem unappetitlichen und unreinen Zustand. Nachdem in allen Schulen nach der Vakanz die Schule wieder begonnen hat, so macht die Gemeinde Igenhausen eine unrühmliche Ausnahme. Trotzdem die Zeit vorgerückt ist und trotz Aufforderung. hat die Gemeinde Ig. nichts getan. Es ist alles noch im vorjährigen Schmutz und Ruin. In diesem Lehrzimmer nun, wo vier nackte Wände und schmutzige und ruinöse Wände dem Besucher entgegen starren, und das wie ein Schweinestall im vollsten Sinne des Wortes aussehen würde, wenn nicht das Kot auf dem Boden vom Unterzeichneten auf eigene Rechnung entfernt worden wäre, soll der Lehrer der Jugend Sinn für Reinlichkeit und Ordnung beibringen. In einem Bauernhaus wird wenigstens einmal im Jahre auf Kirchweih die Wohnung gereinigt und repariert. Die Gemeindeverwaltung hat das Hüthaus (Haus des Dorfhirten) heuer herrichten lassen, weiß getüncht und repariert. Beim Schulhaus aber hat die Gemeinde das verweigert. Es ist das größte testimonium paupertatis (Armutszeugnis) in Beziehung auf Sinn, Gefühl für Bildung und Erziehung, das sich die Gemeinde Igenhausen in ihrem Materialismus ausstellt, daß sie das Hüthaus verputzen ließ, während der Lehrer in einem rußigen, ruinösen, unreinen Schulzimmer im vorjährigen Schmutz ein neues Schuljahr beginnen muß."

Donnerstag, 2. März 2017

Kurier die Leut auf meine Art, wide wide witt bum bum......


Die Wunderkuren eines Arztes Johann Damian Mayr


Bis ins 18. Jahrhundert waren es meistens die Bader und Eigentümer der Badstuben, welche auch die Tätigkeit eines Arztes ausübten und sich Chirurgen nannten. Im Kreis Aichach praktizierten um 1750 geschätzte 80 Bader und Chirurgen. In Aichach selber arbeiteten allein acht Bader. Manchmal wurden auch wandernde Ärzte, welche wie der berühmte mittelalterliche Arzt Paracelsus, hinzu gezogen. Wenn sie erfolgreich tätig waren, ließen sie sich dies gerne amtlich bestätigen.


Am 7. Dez. 1696 erschien bei dem Aichacher Pfleger, dem „churfüstlichen Kammerrat, Pfleger und Kastner Johann Jakob von Burgau, Herrn auf Griesbeckerzell, Edenried, Burgau und Grub“ der „Edle und Kunstreiche Herr Johann Damian Mayr, hochfürstlicher Würzburgischer examinierter und Priveligirter oculist, Stein- und Pruchschneider, dann Medicina et chyrurgiae Practicus, annjetzt in besagt hochfürstlichen Residenzstatt Würzburg bestellter Landarzt, ansonsten aber aus dem berühmten churfstlichen Markt Riedt, in Underland Bayern, gebürtig“ (Da legst di nieda, da Badameista Simon Schenk kannt glatt neidisch wern!), um sich seine Behandlungen bestätigen zu lassen.

Er hatte Joseph, den vierjährigen Sohn von Martin Ettinger aus Todtenweis an einem „Waydtpruch“ (Leistenbruch), den fünfjährigen Georg, Sohn des Veit Schusters von Gaulzhofen an einem „doppelten Waydtpruch" und den siebenjährigen Sohn Joseph des Michael Helfer aus Bach an einem „Waydtpruch" und einem „Fleischkarnißl" (Abszess) erfolgreich behandelt. Bei den Operationen waren nicht nur die jeweiligen Eltern sondern auch die Zeugen Hans Paur und Stephan Palleis aus Todtenweis, Andreas Lichtstern und Mathias Schuster aus Gaulzhofen, außerdem Melchior Vischer und Andre Pruggmayr aus Bach bei Todtenweis dabei.

In einer Bescheinigung bestätigt der kurfürstliche Pfleger Johann Jakob von Burgau, dass „Herr Mayr solch vorbeschriebene Curen in möglichster Behendigkeit, ohne Schmerzen und Blutvergießen dergestalten glücklich verrichtete, dass ermelte drei Knaben mit göttlichem Beistand ihrer Gebrech1ichkeiten innerhalb weniger Tagen gänzlich entbunden und dass Herr Mayr wiederholt sowohl bei allhiesiger Stadt, als auch an unterschiedlichen Persohnen des Pflegegerichts Aichach an inn- und äußerlichen Gebrechen mittels seiner sonderbaren Experienz ersprießliche Hilfe geleistet hat."

In einer Zeit, die weder Hygiene noch Antibiotikum kannte, bedeutete jede Operation ein lebensgefährliches Risiko, dass nur wenige überlebten. Hier fand aber eine unblutige Heilung statt, also irgendwie per Handauflegen. Ja, ja, so war des damals!

Unser Aichacher Badermeister Simon Schenk behandelte seine Patienten im 15. Jahrhundert ohne irgendwelchen Hokus Pokus, wenn er nicht gerade am Kriminalisieren war.

Mittwoch, 1. März 2017

1. März 1781

Historischer Tageskalender für das Wittelsbacher Land

Feierlicher Einzug der Aichacher Schüler in die von Josef Gotthardt Hubmann und seiner Ehefrau gestifteten neue Schule. Nach mehr als 107 Jahren wurde es am 26. November 1888 angerissen, in denen dort mehreren Generation Aichacher Kindern Lesen, Schreiben und Rechnen beigebracht wurde.