Die Geschichte des Wittelsbacher Landes reicht in die Zeit der Römer und der Kelten zurück. Die Geschehnisse, die die Region prägen, waren oft mit Gewalt und Krieg verbunden: Der Pfalzgraf Otto von Wittelsbach und die Ermordung des deutschen Königs und Sohn Kaiser Barbarossas, Philipp von Schwaben, in Bamberg - die Verwüstungen des 30-jährigen Krieges, um nur wenige zu nennen - Stoff für Romane ohne Ende.
Dienstag, 7. März 2017
Montag, 6. März 2017
Die feurigen Hunde
Unheimliche Geschichten aus dem Wittelsbacher Land
Früher als man sich an den langen Winterabenden am Kamin noch Geschichten erzählte, machte in Kühbach folgende Erzählung die Runde.
Eines Nachts wanderte ein Bauernknecht, der vor seinem Heimweg in Kühbach ausgiebig eingekehrt war, zurück zur Einöde Wöresbach. Ihr könnt es glauben oder nicht, aber er begegnete mehreren Hunden, aus deren Augen Feuer sprühte. Panik überkam den nächtlichen Wanderer. Er traute sich nicht zurück zu laufen und so ging er ganz langsam weiter, bis er zu einem Kreuz neben einem Brunnen kam. An diesen Tränke traf er auf weitere dieser feurigen Hunde, die dort anscheinend am Wasser labten.
So unheimlich, dem Knecht zitterten die Knie. Er fasste sich ein Herz und schlich weiter. Die Hunde bemerkten es und begleiteten ihn links und rechts des Weges bis die ersten Gebäude von Wöresbach in Sicht kamen. So plötzlich, wie sie auftauchte, war diese unheimliche Erscheinung auch wieder verschwunden.
Der Knecht ging niemals wieder des Nachts diesem Weg und auch um das Kühbacher Wirtshaus machte er von diesem Tage an einen großen Bogen.
Sonntag, 5. März 2017
Samstag, 4. März 2017
Schule heute und damals
Irgendwie gabs schon immer Ärger mit
dem Zustand der Schulen, heute wie damals – dreckig, kein Geld für
die Bildung aber für alle anderen Sachen. Am 13. 10. 1864 beschwerte
sich der Schulprovisor Gottlieb Metzger (ein Vorfahr von unserm
Landrat?) von Igenhausen in einem Schreiben an das Landgericht
Aichach:
„Die hiesigen Schullokalitäten sind
seit mehr als einem Jahre nicht mehr repariert und überweiselt
worden und befinden sich in einem unappetitlichen und unreinen
Zustand. Nachdem in allen Schulen nach der Vakanz die Schule wieder
begonnen hat, so macht die Gemeinde Igenhausen eine unrühmliche
Ausnahme. Trotzdem die Zeit vorgerückt ist und trotz Aufforderung.
hat die Gemeinde Ig. nichts getan. Es ist alles noch im vorjährigen
Schmutz und Ruin. In diesem Lehrzimmer nun, wo vier nackte Wände und
schmutzige und ruinöse Wände dem Besucher entgegen starren, und das
wie ein Schweinestall im vollsten Sinne des Wortes aussehen würde,
wenn nicht das Kot auf dem Boden vom Unterzeichneten auf eigene
Rechnung entfernt worden wäre, soll der Lehrer der Jugend Sinn für
Reinlichkeit und Ordnung beibringen. In einem Bauernhaus wird
wenigstens einmal im Jahre auf Kirchweih die Wohnung gereinigt und
repariert. Die Gemeindeverwaltung hat das Hüthaus (Haus des
Dorfhirten) heuer herrichten lassen, weiß getüncht und repariert.
Beim Schulhaus aber hat die Gemeinde das verweigert. Es ist das
größte testimonium paupertatis (Armutszeugnis) in Beziehung auf
Sinn, Gefühl für Bildung und Erziehung, das sich die Gemeinde
Igenhausen in ihrem Materialismus ausstellt, daß sie das Hüthaus
verputzen ließ, während der Lehrer in einem rußigen, ruinösen,
unreinen Schulzimmer im vorjährigen Schmutz ein neues Schuljahr
beginnen muß."
Freitag, 3. März 2017
Donnerstag, 2. März 2017
Kurier die Leut auf meine Art, wide wide witt bum bum......
Die Wunderkuren eines Arztes Johann Damian Mayr
Bis ins 18. Jahrhundert waren es
meistens die Bader und Eigentümer der Badstuben, welche auch die
Tätigkeit eines Arztes ausübten und sich Chirurgen nannten. Im
Kreis Aichach praktizierten um 1750 geschätzte 80 Bader und
Chirurgen. In Aichach selber arbeiteten allein acht Bader. Manchmal
wurden auch wandernde Ärzte, welche wie der berühmte
mittelalterliche Arzt Paracelsus, hinzu gezogen. Wenn sie erfolgreich
tätig waren, ließen sie sich dies gerne amtlich bestätigen.
Am 7. Dez. 1696 erschien bei dem
Aichacher Pfleger, dem „churfüstlichen Kammerrat, Pfleger und
Kastner Johann Jakob von Burgau, Herrn auf Griesbeckerzell, Edenried,
Burgau und Grub“ der „Edle und Kunstreiche Herr Johann Damian
Mayr, hochfürstlicher Würzburgischer examinierter und Priveligirter
oculist, Stein- und Pruchschneider, dann Medicina et chyrurgiae
Practicus, annjetzt in besagt hochfürstlichen Residenzstatt Würzburg
bestellter Landarzt, ansonsten aber aus dem berühmten churfstlichen
Markt Riedt, in Underland Bayern, gebürtig“ (Da legst di nieda, da
Badameista Simon Schenk kannt glatt neidisch wern!), um sich seine
Behandlungen bestätigen zu lassen.
Er hatte Joseph, den vierjährigen Sohn
von Martin Ettinger aus Todtenweis an einem „Waydtpruch“
(Leistenbruch), den fünfjährigen Georg, Sohn des Veit Schusters von
Gaulzhofen an einem „doppelten Waydtpruch" und den
siebenjährigen Sohn Joseph des Michael Helfer aus Bach an einem
„Waydtpruch" und einem „Fleischkarnißl" (Abszess)
erfolgreich behandelt. Bei den Operationen waren nicht nur die
jeweiligen Eltern sondern auch die Zeugen Hans Paur und Stephan
Palleis aus Todtenweis, Andreas Lichtstern und Mathias Schuster aus
Gaulzhofen, außerdem Melchior Vischer und Andre Pruggmayr aus Bach
bei Todtenweis dabei.
In einer Bescheinigung bestätigt der
kurfürstliche Pfleger Johann Jakob von Burgau, dass „Herr Mayr
solch vorbeschriebene Curen in möglichster Behendigkeit, ohne
Schmerzen und Blutvergießen dergestalten glücklich verrichtete,
dass ermelte drei Knaben mit göttlichem Beistand ihrer
Gebrech1ichkeiten innerhalb weniger Tagen gänzlich entbunden und
dass Herr Mayr wiederholt sowohl bei allhiesiger Stadt, als auch an
unterschiedlichen Persohnen des Pflegegerichts Aichach an inn- und
äußerlichen Gebrechen mittels seiner sonderbaren Experienz
ersprießliche Hilfe geleistet hat."
In einer Zeit, die weder Hygiene noch
Antibiotikum kannte, bedeutete jede Operation ein lebensgefährliches
Risiko, dass nur wenige überlebten. Hier fand aber eine unblutige
Heilung statt, also irgendwie per Handauflegen. Ja, ja, so war des
damals!
Unser Aichacher Badermeister Simon
Schenk behandelte seine Patienten im 15. Jahrhundert ohne
irgendwelchen Hokus Pokus, wenn er nicht gerade am Kriminalisieren
war.
Mittwoch, 1. März 2017
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