Mittwoch, 30. November 2016

Algertshausen


Die Algertshauser Kirche St. Peter und Paul gehört zu den ältesten im Paartal und wurde zu Beginn des 13. Jahrhunderts erbaut.

Dienstag, 29. November 2016

29. November 1837

Historischer Tageskalender für das Wittelsbacher Land

Bayern wird in 8 Kreise eingeteilt. Der Oberdonaukreis, zu dem das Wittelsbacher Land damals gehört, tritt das Gebiet rechts des Lechs an den Kreis mit dem neuen Namen Oberbayern ab.
 
 

Montag, 28. November 2016

Der Erdstall „Wichtelenloch“

Unmittelbar neben dem Schloss Mergenthau nördlich von Kissing wurde um 1800 ein verzweigtes Stollensystem entdeckt, das im festen Sand der Lechleite gegraben wurde. Die Anlage trägt die Merkmale eines Erdstalls, wie man sie zahlreich im Raum zwischen den Alpen und den Karpaten findet, Heute vermutet einige Forscher das die Erdställe eine „im entfernten Sinne kultische Bedeutung im Zusammenhang mit frühchristlicher Jenseitsvorstellungen“ hätten. Ich glaube, sie dienten in Kriegszeiten z.B. den Ungarneinfällen als Verstecke, wenn die dörfliche Bevölkerung vor der plündernden und mordenden Soldateska fliehen musste. Einer der sich der Sage nach dort im 18. Jahrhundert versteckt haben soll war der berühmte Räuberhauptmann Matthias Klostermayr, der Boarische Hias (…. das Wittelsbacher Land und seine Räuber! Ja, ja!). 
In der Gegend von Kissing findet man gleich vier derartige Tunnelsysteme. Neben dem „Wichtelenloch“ im „Katzensteig“ sind auch der „Petersberg“, der „Fuchs- oder Eierberg“ und der „Kirchberg“ auf diese Weise untertunnelt.
Der Eingang zum „Wichtelenloch“ wurde nach dem Zweiten Weltkrieg verschlossen. Damals spielet man ja noch draußen und was gab es spannenderes für die Kinder und Jugendlichen des Dorfes als so ein Labyrinth zu erkunden. Das so etwas lebensgefährlich wäre, meinten ja nur die Erwachsenen.

Der Erdstall wurde bereits im 19. Jahrhundert wissenschaftlich untersucht, vermessen und aufgezeichnet. Der Eingangstollen ist etwa 60 cm bis 1,10 Meter hoch. Ein eingedrungener Feind konnte sich deshalb nur kriechend oder gebückt vorwärts bewegen. Erst nach ungefähr 15 Meter kann ein kleiner Mensch aufrecht stehen. Die Ganghöhe beträgt hier bis zu 1,76 Meter und ist etwa einen Meter breit. Kurz vor seinem Ende zweigt ein – nochmals etwa 15 Meter langer – Seitengang nach Norden ab. Zwei weitere kurze Seitenstollen hinter dem Eingang enden in kleinen Kammern. In die Seitenwände sind wenige Lichtlöcher eingegraben.

Samstag, 26. November 2016

Die Flucht nach Friedberg

Geschichten aus dem Wittelsbacher Land


Wer meine Mittelalterkrimis gelesen hat weiß, dass meine Protagonisten der Badermeister Simon Schenk und der Aichacher Stadtbüttel Ludwig Kroiß zweimal vor den Augsburger Häschern über den Lech nach Bayern in Sicherheit entkommen konnten. 


Diesen Weg beschritten auch in der realen Geschichte Augsburger Bürger, die vor dem Rat fliehen mussten. So brachte sich im Jahr 1456 der Handelsherr Hans von Hoy in Friedberg in Sicherheit. Nachdem sein Schiff, beladen mit Gewürzen und anderen Handelswaren unterging, war er auf einen Schlag bankrott. Um seinen Gläubigern und dem Schuldturm zu entgehen floh er nach Bayern. Wenig später musste ihm der Kaufmann Köschinger folgen, der bis zu seinem Tod in Friedberg lebte.

Donnerstag, 24. November 2016

König Max und die arme Witwe von Aichach

Geschichten aus dem Wittelsbacher Land

Ludwig Hauff erzählt uns in seinem "Volksbuch" von 1864 folgende Anekdote über den bayrischen König Max II, den Vater des „Märchenkönigs“ Ludwig II.
"Eines Tages kam eine ärmlich, aber reinlich gekleidete Witwe aus Aichach nach dem Kloster Andechs und bat bei dem Prior des Klosters, daß er ihre beiden Söhne, die sie nach dem Tode ihres Mannes nicht mehr ernähren könne, in die Skt. Nikolaus-Anstalt daselbst aufnehmen möchte. Zufällig waren gerade mehrere vornehme Herren bei dem Prior anwesend, von denen einer die Frau freundlich über ihre Verhältnisse befragte, ihr Trost zusprach und in Aussicht stellte, daß er nicht nur für die beiden Knaben, sondern auch für sie Sorge tragen werde. Da küsste sie voll dankbarer Rührung dem freundlichen und hochherzigen Herrn die Hand, und fiel ihm zu Füßen, als ihr der Prior bedeutete, der vornehme Herr sei Seine Majestät der König Maximilian II.“