Donnerstag, 27. April 2017

Donnerkraut - Das Geheimnis des Juden Typsiles

Liebe auralux, vielen Dank für die Rezension meines Typsiles:

"Ein Bader mit kriminalistischen Spürsinn löst mit Beharrlichkeit einen verzwickten Dreifachmord.

Eine kurzweilige und interessante Lektüre, absolut empfehlenswert für alle die gerne einmal in andere Zeiten abtauchen."

Dienstag, 18. April 2017

Der Herr Baron hat ein Wildschwein gewonnen

Über das Nymphenburger Pferderennen berichtet die Augsburger Ordinari-Postzeitung:

„München, den 23. Juli 1779: Unter den 34 bei dem Freirennen zu Nymphenburg den 20. des Monats vorhanden gewesenen Pferden sind die Preise an die nachstehenden Eigentümer zu teil geworden, wie. . der 8., ein Wildschwein dem Titl. Herrn Baron von Gumppenberg von Pöttmeß....
Die ausgesteckte Rennbahn doppelt gemessen, beträgt einen Weg von 2 Stunden 44' und dieser war in weniger denn 16 Min. durchloffen."
 
 

Sonntag, 16. April 2017

Erdbeben in Sielenbach

Am 10. September 1774 spürte man in Sielenbach zwischen 6 und 7 Uhr abends ein Erdbeben. Vier Maurergesellen, die auf dem Kirchturm arbeiteten, kletterten so schnell es ging herunter und liefen davon. Später berichteten sie, der Turm habe geschwankt wie ein Schiff. Der Pfarrer, der sich zur selben Zeit auf dem Friedhof aufhielt, bemerkte nichts von den Erschütterungen. Demgegenüber erklärte der Aichacher Gerichtsschreiber Johann Paul von Stadler, dass seine Standuhr an der Wand gewackelt hätte. 


Freitag, 14. April 2017

Safran aus Oberbernbach

Der Bernbacher Pfarrer Lukas Friedrich Wagner gibt im Jahr 1784 den Dörflern bekannt, dass man bei ihm die echte Wiener Safran Zwiebel erwerben könne, hundert Stück zu 3 Gulden. Sie bekämen von ihm auch eine ausführliche Beschreibung wie sie anzubauen, zu trocknen und das wertvolle Gewürz zu gewinnen sei. Was daraus geworden sei, kann ich euch nicht sagen, aber mir ist nichts davon bekannt, dass der Safrananbau eine Oberbernbacher Spezialität geworden wäre.

Mittwoch, 12. April 2017

Die sieben Quellen

Unheimliche Geschichten aus dem Wittelsbacher Land


Auf dem sagenumwobenen Rehlinger Kirchberg wurde im Jahre 1793, die dem hl. Vitus und der hl. Katharina geweihte Pfarrkirche, errichtet. Nach einer dieser Sagen lebten in Rehling einst sieben Bauern, deren Geiz seinesgleichen in der ganzen Gegend suchte. Sie besaßen in der Bauerngasse sieben große Höfe. Deren Besitzer waren sehr reich und geizig. Die Taglöhner, die Knechte und Mägde die bei den Bauern schuften mussten, hatten sehr unter diesen Geizkragen zu leiden. Der Hunger ging bei ihnen um und satt wurden sie nur selten. Arbeiten jedoch sollte ein jeder für zwei. Für ihre Hartherzigkeit mussten die Bauern schwer büßen. Nach ihrem Tode fanden sie keine Ruhe finden. Ihre Geister gehen bis zum heutigen Tage um. Alle hundert Jahre bringen die sieben ruhelosen Seelen die Mauer des Kirchbergs zum Einsturz. In den Jahren 1746, 1846 und 1946 stürzte die Umfassungsmauer ein. Im Jahr 1946 entdeckte man beim Wiederaufbau sieben Quellen. 


Dienstag, 11. April 2017

11. April 1800

Historischer Tageskalender für das Wittelsbacher Land

 
An diesem schicksalhaften Tag, einem Karfreitag, brannten in Aindling 44 Häuser ab. Das Feuer brach um 10.45, während sich die meisten Gläubigen zum Karfreitagsgottesdienst in der Kirche aufhielten, im Oberbräu aus.
 
 

Sonntag, 9. April 2017

Das Birnbäumchen auf dem Lechfeld

Geschichten aus dem Wittelsbacher Land

 
Die Gelehrten streiten sich bis heute darüber, an welchem Ort im Jahr 955 die so geschichtsträchtige Schlacht auf dem Lechfeld eigentlich stattgefunden hat. Dabei ist die Lösung so einfach. Seit Menschengedenken wächst an dem Ort, an dem Kaiser Otto die Ungarn vernichtend schlug, ein Birnbäumchen. Ein unbekannter Ritter pflanzte nach den blutigen Geschehnissen an der Stelle des Gemetzels ein Birnbäumchen, an der sich das Lager der Ungarn befand. Der Sage nach soll der Baum jedes Jahr blühen, aber nie Früchte tragen. Erst wenn die Gefahr aus dem Osten das Reich erneut bedrohen würde, solle der Baum Birnen tragen. 
 
 

Freitag, 7. April 2017

Der Geist in der Flasche

Unheimliche Geschichten aus dem Wittelsbacher Land


In Rehling erzählte man sich, dass in der alten Zeit ein Geist umging und den Dörflern übel mitspielte. Als die Menschen nicht mehr wussten, wie sie sich helfen sollten, baten sie den Pfarrer um Hilfe. Er allein konnte den Geist nicht bannen. Sechs erfahrene Patres waren nötig um den Geist einzufangen. Mit viel Mühe, Gebeten und mit einem geheimnisvollen Ritual gelang es ihnen den Spuk in eine Flasche zu sperren. Aber noch war die Arbeit nicht getan: einen Wagen und 16 Pferde brauchte man, um ihn abzutransportieren. Die Flasche wurde im nahen Wald viele Fuß tief vergraben. 


Mittwoch, 5. April 2017

Pfarrer Peter Hackenschmidt aus Sielenbach

Die Reformation im Wittelsbacher Land 

 

Die Reformation ging nicht spurlos am Wittelsbacher Land vorbei. Der Sielenbacher Pfarrer Peter Hackenschmidt sprach sich in seinen Gottesdiensten vehement gegen das Wallfahrtswesen aus, das sich in dieser Zeit oft in übersteigerter Form zeigte. Inchenhofen gehörte damals zu den sechs wichtigsten Wallfahrten in Bayern. Über den Heiligen Leonhard urteilte der Sielenbacher Pfarrer, er sei „so wol ain pueb gwet", gerade wie er selbst. Genauso sprach er sich gegen den Reliquienkult aus, wie man ihn in den Klöstern Hohenwart und Altomünster und im Besonderen in Andechs, dem Ort der Augsburger Bistumswallfahrt, ausübte. Die Reliquien seien keine Heiltümer, vor denen mit „Schinderbeinen“ zu knien müsse, sondern „Schelmpain", abergläubischer Spuk. So mutig wie der Pfarrer predigte, war es nur eine Frage der Zeit bis die Obrigkeit darauf reagierte.
 
„Herrn H. Peter Hackenschmidt und h. Wolfg. Grasmayr (Pfarrer in Walkertshofen) sind bede als mit der Lutherei verdacht von den furstcn fenatelich angenommen und peinlich befragt worden!" 
 
Das heißt beide wurde gefoltert, mit dem Ergebnis, daß Hackenschmidt nach seiner Freilassung aus dem Münchener Falkenturm nicht nach Sielenbach zurückkehren durfte. Er schwor am 6. März l526 die Urfehde und damit seinen früheren Überzeugungen ab. Er versicherte Konrad Schaider, dem Pfarrer an der Frauenkirche München, nie mehr vom rechten Glauben abzuweichen. Vermutlich war dies der Grund warum er sein Sympathisieren mit der neuen Lehre nicht mit dem Tode bezahlte.
 
 

Sonntag, 2. April 2017

Die Burg Schaidbach

Im Jahr 1393 kam es zum Streit zwischen dem Ingolstädter Herzog Ludwig dem Gebarteten und dem Münchner Herzog Johann. Der Münchner schickte seine Soldaten ins Wittelsbacher Land, in dem sie plünderten und brandschatzten. Friedberg wurde belagert, erobert und zerstört. An den Aichacher Mauern bissen sich die Münchner die Zähne aus. Dafür verheerten sie das Umland. In Unterschneitbach stand zu jener Zeit eine feste Burg, in der sich Kaiser Ludwig in seiner Regierungszeit des öfteren aufhielt. Diese wurde vermutlich während dieses Kriegszugs zerstört. Danach ist nur noch von einem Burgstall die Rede.

Die Burg lag auf einem Hügel in einer Schleife der Paar. Im Jahr 1840 würde der Hügel abgetragen und damit sumpfige Paarwiesen aufgefüllt. Wenige Scherben und Münzen wurden dabei gefunden. Das ist halt auch typisch, wie man mit der Geschichte umgeht. 


Freitag, 31. März 2017

Tanz- statt Schulvergnügen

Pfarrer Huber erstattete Anzeige beim Aichacher Landgericht. Nicht wegen einer schweren Straftat, sondern weil die Feiertagsschülerin Barbara Bitzl aus Hollenbach und den Georg Blaimair von
Mainbach ohne Erlaubnis zum Tanzen gegangen sind und die Schule schwänzten.
Aus der Anzeige ergibt sich folgendes:

Barbara Bitzl hatte ohne alle Erlaubnis die Tanzmusik der Kirchweihen in Oberschneitbach, Alsmoos und Sainbach besucht. Barbara bestritt die Anschuldigungen nicht. Ihr wurde mehrmaliges Fehlen beim Besuch der Feiertagsschule vorgeworfen, stattdessen sei sie lieber zum tanzen gegangen. Deshalb wurde sie bereits mehrfach ermahnt und verwarnt. Als letztes Mittel sei nun die Anzeige beim Landgericht erfolgt.


„Sehr zweckmäßig dürfte es auch sein, wenn dieses Individuum, die Tochter der ledigen Eierhändlerin Ottilia Utz, allen Ernstes beauftragt würde, sich um einen Dienst zu bewerben, da sie bei ihrer ledigen Mutter ohne Beschäftigung ist und sohin sich dem Müßiggang und einem ausschweifenden Leben ergibt.

Der Sonntagsschüler Georg Blaimair, gebürtig aus Ebenried, Kgl. Landgericht Rain, ist in Mainbach beim Müllerbauer Martin Egger im Dienst. Er blieb nicht nur dreimal hintereinander unbefugt von der sonntäglichen Christenlehre weg, sondern hat auch in Sainbach die Tanzmusik unerlaubt besucht. Dort sei er ferner weit über die Polizeistunde hinaus verblieben, habe dann bei seinem Heimgehen mit einigen anderen Burschen durch schamlose Gesänge durch das Dorf Sainbach die nächtliche Ruhe gestört und Ärgernis gegeben.

Dieses Individuum ist lt. Anzeige der Lokalschulinspektion Ebenried wegen zu frühen Wirtshausbesuches, obwohl 18 Jahre alt, nicht aus der Schule entlassen worden, sondern zu weiterem Schulbesuch condemmiert worden. Außerdem wurde er unter die besondere Aufsicht
der Lokalschulinspektion gestellt. Pfarrer Huber bittet das Landgericht durch geeignetes Einschreiten gegen diese beiden Subjekte der übrigen Schuljugend ein warnendes Beispiel zu statuieren.“

Laut Mitteilung des Landgerichts Aichach vom 28. September 1843 wurden beide mit Arrest bestraft. Letzterer wurde beauftragt, bis Michaelis bei Vermeidung der Heimlieferung aus dem Dienst zu treten und sich nach Hause zu begeben.

Gez. Wimmer
Landrichter.

Mittwoch, 29. März 2017

Lechhausen das Schmugglernest

Das Dorf Lechhausen, heute Stadtteil von Augsburg, war in der alten Zeit berüchtigt. Dort befand sich eine Zollbrücke über den Lech und das kurfürstlich bayerische Zollamt. Nach der bayerischen Niederlage im Spanischen Erbfolgekrieg gehörte Lechhausen von 1706 bis 1714 vorübergehend zur Reichsstadt Augsburg. Als Augsburger Brückenkopf am bayerischen Flussufer wurde Lechhausen in dieser Zeit noch mehr als sonst zum Einfallstor der Schmuggler, vor allem mit Tabak. 


Montag, 27. März 2017

Recht vor 400 Jahren

Der Odelzhausener Weber Hanns Reichlmayr beschuldigt, seine eigene Tochter missbraucht zu haben, wurde am 12. Februar 1628 in die Fronfeste in Dachau eingeliefert. Auf Befehl von Lazarus Zeller von Leutstetten, dem Aichacher Pfleger, brachte man ihn am 6. März in die Stadt an der Paar gebracht, da hier seine Tochter eingekerkert war. Das Opfer wurde in diesem Fall ebenso, wie dem Täter der Prozess gemacht. In dieser Zeit befand sich die Hexenverfolgung in Bayern auf einem traurigen Höhepunkt. Zahlreiche unschuldige Frauen hatten für alles Unglück der Welt zu büßen.

Samstag, 25. März 2017

25. März 1951

Historischer Tageskalender für das Wittelsbacher Land


In Altomünster wurde beim Neubau des Wohnhauses Nr. 35 „zum Häuslpeter“ ein mit 391 Silbermünzen gefüllter Topf in einer Tiefe von einem Spatenstich aufgefunden.
 
 

Freitag, 24. März 2017

Ein halbes Jahrhundert Niedergang

Der Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit, von der Scheibe zur Kugel, die Entdeckung Amerikas - das Alles brachte das Weltbild der Menschen, der Glauben an die gottgegebene Ordnung, ins Wanken. Die Türken stießen bis Wien vor, die Reformation erschütterte die Festen der katholischen Kirche von innen her, im Reich erhoben sich die rechtlosen Bauern.

Auch an Bayern und dem Wittelsbacher Land gingen die Ereignisse nicht spurlos vorbei, obwohl es ein relativ ruhender Pol in schwieriger Zeit war. Ein Zeichen dieses Verfalls der Sitten zeigte sich an den Geschehnissen um die Aichacher Pfarrer in der Zeit von 1540 bis 1590, die natürlich auch das Ansehen der katholischen Kirche in Mitleidenschaft zog.


Der Pfarrer Sebastian Salicaetus (Widmann) zog im Jahr 1549 mit seiner Geliebten nach Franken, in die Nähe Nürnbergs. Andreas Schiller, sein Nachfolger, ließ 1564 die Pfarrei wegen zu geringer Einkünfte im Stich und verzog nach Rain am Lech. Der Dritte, Georg Karl, übte das Amt 15 Jahre lang aus und wurde dann wegen schwerer Verfehlungen bestraft und nach Österreich versetzt. Der vierte, Georg Krapi ein Prämonstratenserpater aus Schäftlarn, gab nach neun Jahre als Pfarrer auf und übernahm die Stelle als Prediger. Der fünfte, Johann Jakob Heyß, wurde bereits 1581 ernannt, ließ sich aber bis 1586 Zeit, bevor er in Aichach ankam. Über ihn schrieb sein Nachfolger Vitus Priefer: „Er hatte kein Ansehen weder in seinem Tun noch beim Singen, noch weniger beim Predigen. Bei den Leuten machte er sich unbeliebt........ Nach dem zweiten Jahr musste er auf Befehl der Oberen sofort auf die Pfarrei verzichten. Er wurde daraufhin in den schwäbischen Markt Bobingen versetzt, blieb dort einige Zeit Pfarrer und wurde schließlich von einem Adligen umgebracht.“

Der Komthur des Deutschen Ordens Philipp von Mauchenheim bestimmte am 29. Juli 1588, nach dem Weggang des Pfarrers Heyß, Georg Andeltshauser von Hohenwart als neuen Seelsorger. Herzog Wilhelm von Bayern hatte die Nase voll. Der Landesherr wollte in seiner Stadt Aichach eine verlässliche Kraft an verantwortungsvoller Stelle sehen und dem Jahrzehnte wählenden Schlendrian beenden. Er bestätigte den nominierten Pfarrer nicht und besetzte die Pfarrei mit einem Priester, der danach zehn Jahre wirkte und nach dem in Aichach heute noch eine Straße benannt ist, den noch im jugendlichen Alter stehenden Vitus Priefer aus Miesbach.

Mittwoch, 22. März 2017

Herzoglich bayrisches (Amts-) Gericht

Im Jahr 1647 stand Christoph Lidl aus Walkertshofen, ein boshafter Mensch, vor dem Aichacher Richter. Er hat Georg Stürmer aus Aichach bei einer Rauferei die Nase gebissen. Als Strafe musste er 1 Gulden 8 Kreutzer und 4 Heller entrichten.

Die Verhandlung fand möglicherweise in der Aichacher Burg statt.
 
 

Montag, 20. März 2017

Heiraten in Aichach

Der Aichacher Stadtpfarrer Vitus Priefer war nicht bereit, hinzunehmen, dass die Brautleute zu spät zu ihrer Trauung erschienen. Er erwirkte am 8. November 1588 einen Beschluss des Magistrats, nach dem die Brautleute in Zukunft um 9 Uhr vor der Kirchentüre zu stehen haben oder wenigstens schon auf dem Wege zur Kirche sein mussten, sonst würden sie an diesem Tage nicht mehr getraut werden. Das Dekret wurde am folgenden Sonntag von den Kanzeln verlesen. Die Maßnahme war nicht von Erfolg gekrönt und der Pfarrer musste weiterhin das eine oder andere Mal auf die Brautpaare warten.

Samstag, 18. März 2017

Beschwerde der Brauer beim Herzog Maximilian

Als Deputierter des Standes der bayrischen Städte nahm der Aichacher Bürgermeister Gabriel Kirchdorfer am Bayrischen Landtag des Jahres 1612 Teil. Kirchdorfer nahm sein Amt vom Jahr 1612 bis 1615 wahr. Als Interessenvertreter Aichachs als Stadt der Brauer und des Bieres beschwerte er sich auf dem Landtag, zusammen mit anderen Ständen, über das alleinige Privileg des Herzogs Weißbier brauen zu dürfen. 


Donnerstag, 16. März 2017

16. März 1944

Historischer Tageskalender für das Wittelsbacher Land


An diesem Donnerstag im März entluden amerikanische Bomber ihre Ladung über dem Dorf Hinterheimat bei Dasing. Vermutlich waren sie für ein anderes Ziel bestimmt gewesen. Das Viertelbauer-Anwesen Haus Nr. 14 wurde vollständig zerstört und die Bäuerin und ihr Sohn verschüttet. Gott sei Dank überlebten sie. Auch bei den anderen Anwesen richteten die Bomben teilweise erheeblichen Schaden an. Eine Bombe traf die Mühle in St. Franziskus. Viele Brandbomben blieben als Blindgänger zurück. Die Bombentrichter sind heute noch um Hinterheimat herum an manchen Stellen erkennbar.

Mittwoch, 15. März 2017

Besiedlung nach dem Dreißigjährigen Krieg


Die hohe Zahl von Opfern durch den Krieg, aber auch durch die Pest im Jahr 1632, entvölkerte große Landstriche unserer Region. Nach Ende des Krieges siedelten sich viele Menschen aus dem Oberland, aber auch aus dem Österreichischen, im Wittelsbacher Land neu an. Dies belegen die Pfarrbücher zahlreicher Gemeinden. Nach 1640 hörte der Zuzug langsam auf.

Montag, 13. März 2017

Ein tragisches Ereignis im „Sisi-Schloss“

Geschichten aus dem Wittelsbacher Land


Herzog Max in Bayern, der Vater von Sisi, der späteren österreichischen Kaiserin, verbrachte viel Zeit im Wittelsbacher Land. In Unterwittelsbach erzählt man sich viele heitere Geschichten über den „Zither-Maxl“, den großen Förderer der bayrischen Volksmusik.

Heute berichte ich euch von einer traurigen Begebenheit im „Sisi-Schloss“.

Herzog Max lud am 11. November 1850 den Aichacher Stadtgerichtsdirektor und Landrichter Johann Michael Geyer zum Abendessen ein. Der Herzog und der Richter waren eng befreundet. Während des Mahls und mitten im Gespräch wurde der Gast des Herzogs vom Schlag getroffen und er fiel tot vom Stuhl.
Der Herzog war tief getroffen und reiste sofort ab. Von diesem Moment an hat er das Schloss, dass davor zu seinen Lieblingsaufenthalten gehörte, nie mehr betreten. 

 

Samstag, 11. März 2017

Der Schimmel von St. Lorenz

Unheimliche Geschichten aus dem Wittelsbacher Land


Auf den Höhen rund um Latzenhausen bei Dasing weidete vor vielen, vielen Jahren ein prächtiger Schimmel. Seine Lebensfreude äußerte sich in wilden Sprüngen quer über die Wiese und genoss das saftige Grün.

Urplötzlich verfinsterte sich eines Tages der Himmel, ein schweres Gewitter kündigte sich jenseits des Lechs an. Heftiges Donnergrollen näherte sich bedrohlich. Angst überkam den Schimmel und wild Wiehernd rannte er kreuz und quer über die Weide. Er entdeckte, so erzählte man es sich später, die nahe St. Lorenz-Kapelle und galoppierte darauf zu. Es ist kaum vorstellbar, aber es gelang ihm die Tür zu öffnen und sich im Innenraum in Sicherheit zu bringen. Das Pferd schritt die Kirchenbänke entlang und machte es sich schließlich auf dem Teppich vor dem Altar gemütlich. Hier fühlte sich das Tier vor dem Unwetter geborgen. Nachdem das Gewitter weitergezogen war und sich die Sonne wieder hervorwagte, wollte der Schimmel wieder hinaus auf seine geliebte Weide. Aber was war geschehen, die Tür der Kapelle war zugefallen und fest verriegelt. Das Tier wusste nicht, wie es hinauskommen sollte. Es wieherte und schlug mit den Hufen gegen das Holz der Pforte, aber es nützte nichts. Draußen die Freiheit und saftige Gräser und schmackhafte Kräuter und in dem Kirchlein plagte ihn der Hunger. Wie es nun so kam, nagte das verzweifelte Pferd am Seil der Kirchenglocke und es begann zu läuten. Bauern, die auf einem nahegelegenen Feld arbeiteten wunderten sich über das Geläut, zu dieser ungewöhnlichen Zeit. Sie holten den Mesner, um mit ihm zusammen nach dem Rechten zu sehen. Die Verwunderung war groß, als sie der Schimmel mit freudigem Gewieher in der Kirche begrüßte.


Sagen und Erzählungen im Wittelsbacher Land greifen immer wieder Symbole aus der heidnischen Zeit auf, wie zum Beispiel „Wotans Schimmel“ oder die „Wilde Jagd“. Kapellen wurden oft an den heiligen Stätten der Germanen errichtet, wie an Waldlichtungen von denen die heidnischen Germanen glaubten, dass dort Wotans Schimmel weiden würde.

Freitag, 10. März 2017

10. März 1864

Historischer Tageskalender für das Wittelsbacher Land

An diesem Tag verstarb König Maximilian Josef von Bayern und sein Sohn Ludwig II übernahm die Krone

Mittwoch, 8. März 2017

Spuk im Höllgraben

Unheimliche Geschichten aus dem Wittelsbacher Land


Zwischen Höfarten und Metzenried, wo der Wald am finstersten und am dichtesten ist, findet ihr den Höllgraben. Nur wenige Reisende wählten in der alten Zeit ihren Weg durch den Höllgraben. Vor allem in der Allerseelenzeit geschah es ab und an, dass der nächtliche Wanderer von höllischem Lärm, Peitschenknall, Pferdegetrampel, Pferdegewieher, Hundegebell und wilden Schreien erschreckt wurde. Es war Wotans „Wilde Jagd“, der unglücklichen, zu früh oder gewaltsam verstorbenen Seelen, die dort durch die Lüfte brauste. Vor vielen, vielen Jahrzehnten, so erzählte man es sich in den Dörfern, - musste man sich bei diesem schaurigen Spuk flach auf den Boden werfen und hoffen, dass die „Wilde Jagd" ohne Schaden über einen hinwegzog. In Ruppertszell hieß es, dass ein armer Wicht, der von diesem unheimlichen Zug am Himmel überrascht wurde, am nächsten Morgen, ohnmächtig auf dem Waldweg aufgefunden wurde. 


Montag, 6. März 2017

Die feurigen Hunde

Unheimliche Geschichten aus dem Wittelsbacher Land

Früher als man sich an den langen Winterabenden am Kamin noch Geschichten erzählte, machte in Kühbach folgende Erzählung die Runde.

Eines Nachts wanderte ein Bauernknecht, der vor seinem Heimweg in Kühbach ausgiebig eingekehrt war, zurück zur Einöde Wöresbach. Ihr könnt es glauben oder nicht, aber er begegnete mehreren Hunden, aus deren Augen Feuer sprühte. Panik überkam den nächtlichen Wanderer. Er traute sich nicht zurück zu laufen und so ging er ganz langsam weiter, bis er zu einem Kreuz neben einem Brunnen kam. An diesen Tränke traf er auf weitere dieser feurigen Hunde, die dort anscheinend am Wasser labten.
So unheimlich, dem Knecht zitterten die Knie. Er fasste sich ein Herz und schlich weiter. Die Hunde bemerkten es und begleiteten ihn links und rechts des Weges bis die ersten Gebäude von Wöresbach in Sicht kamen. So plötzlich, wie sie auftauchte, war diese unheimliche Erscheinung auch wieder verschwunden.

Der Knecht ging niemals wieder des Nachts diesem Weg und auch um das Kühbacher Wirtshaus machte er von diesem Tage an einen großen Bogen.

Samstag, 4. März 2017

Schule heute und damals


Irgendwie gabs schon immer Ärger mit dem Zustand der Schulen, heute wie damals – dreckig, kein Geld für die Bildung aber für alle anderen Sachen. Am 13. 10. 1864 beschwerte sich der Schulprovisor Gottlieb Metzger (ein Vorfahr von unserm Landrat?) von Igenhausen in einem Schreiben an das Landgericht Aichach: 


 „Die hiesigen Schullokalitäten sind seit mehr als einem Jahre nicht mehr repariert und überweiselt worden und befinden sich in einem unappetitlichen und unreinen Zustand. Nachdem in allen Schulen nach der Vakanz die Schule wieder begonnen hat, so macht die Gemeinde Igenhausen eine unrühmliche Ausnahme. Trotzdem die Zeit vorgerückt ist und trotz Aufforderung. hat die Gemeinde Ig. nichts getan. Es ist alles noch im vorjährigen Schmutz und Ruin. In diesem Lehrzimmer nun, wo vier nackte Wände und schmutzige und ruinöse Wände dem Besucher entgegen starren, und das wie ein Schweinestall im vollsten Sinne des Wortes aussehen würde, wenn nicht das Kot auf dem Boden vom Unterzeichneten auf eigene Rechnung entfernt worden wäre, soll der Lehrer der Jugend Sinn für Reinlichkeit und Ordnung beibringen. In einem Bauernhaus wird wenigstens einmal im Jahre auf Kirchweih die Wohnung gereinigt und repariert. Die Gemeindeverwaltung hat das Hüthaus (Haus des Dorfhirten) heuer herrichten lassen, weiß getüncht und repariert. Beim Schulhaus aber hat die Gemeinde das verweigert. Es ist das größte testimonium paupertatis (Armutszeugnis) in Beziehung auf Sinn, Gefühl für Bildung und Erziehung, das sich die Gemeinde Igenhausen in ihrem Materialismus ausstellt, daß sie das Hüthaus verputzen ließ, während der Lehrer in einem rußigen, ruinösen, unreinen Schulzimmer im vorjährigen Schmutz ein neues Schuljahr beginnen muß."

Donnerstag, 2. März 2017

Kurier die Leut auf meine Art, wide wide witt bum bum......


Die Wunderkuren eines Arztes Johann Damian Mayr


Bis ins 18. Jahrhundert waren es meistens die Bader und Eigentümer der Badstuben, welche auch die Tätigkeit eines Arztes ausübten und sich Chirurgen nannten. Im Kreis Aichach praktizierten um 1750 geschätzte 80 Bader und Chirurgen. In Aichach selber arbeiteten allein acht Bader. Manchmal wurden auch wandernde Ärzte, welche wie der berühmte mittelalterliche Arzt Paracelsus, hinzu gezogen. Wenn sie erfolgreich tätig waren, ließen sie sich dies gerne amtlich bestätigen.


Am 7. Dez. 1696 erschien bei dem Aichacher Pfleger, dem „churfüstlichen Kammerrat, Pfleger und Kastner Johann Jakob von Burgau, Herrn auf Griesbeckerzell, Edenried, Burgau und Grub“ der „Edle und Kunstreiche Herr Johann Damian Mayr, hochfürstlicher Würzburgischer examinierter und Priveligirter oculist, Stein- und Pruchschneider, dann Medicina et chyrurgiae Practicus, annjetzt in besagt hochfürstlichen Residenzstatt Würzburg bestellter Landarzt, ansonsten aber aus dem berühmten churfstlichen Markt Riedt, in Underland Bayern, gebürtig“ (Da legst di nieda, da Badameista Simon Schenk kannt glatt neidisch wern!), um sich seine Behandlungen bestätigen zu lassen.

Er hatte Joseph, den vierjährigen Sohn von Martin Ettinger aus Todtenweis an einem „Waydtpruch“ (Leistenbruch), den fünfjährigen Georg, Sohn des Veit Schusters von Gaulzhofen an einem „doppelten Waydtpruch" und den siebenjährigen Sohn Joseph des Michael Helfer aus Bach an einem „Waydtpruch" und einem „Fleischkarnißl" (Abszess) erfolgreich behandelt. Bei den Operationen waren nicht nur die jeweiligen Eltern sondern auch die Zeugen Hans Paur und Stephan Palleis aus Todtenweis, Andreas Lichtstern und Mathias Schuster aus Gaulzhofen, außerdem Melchior Vischer und Andre Pruggmayr aus Bach bei Todtenweis dabei.

In einer Bescheinigung bestätigt der kurfürstliche Pfleger Johann Jakob von Burgau, dass „Herr Mayr solch vorbeschriebene Curen in möglichster Behendigkeit, ohne Schmerzen und Blutvergießen dergestalten glücklich verrichtete, dass ermelte drei Knaben mit göttlichem Beistand ihrer Gebrech1ichkeiten innerhalb weniger Tagen gänzlich entbunden und dass Herr Mayr wiederholt sowohl bei allhiesiger Stadt, als auch an unterschiedlichen Persohnen des Pflegegerichts Aichach an inn- und äußerlichen Gebrechen mittels seiner sonderbaren Experienz ersprießliche Hilfe geleistet hat."

In einer Zeit, die weder Hygiene noch Antibiotikum kannte, bedeutete jede Operation ein lebensgefährliches Risiko, dass nur wenige überlebten. Hier fand aber eine unblutige Heilung statt, also irgendwie per Handauflegen. Ja, ja, so war des damals!

Unser Aichacher Badermeister Simon Schenk behandelte seine Patienten im 15. Jahrhundert ohne irgendwelchen Hokus Pokus, wenn er nicht gerade am Kriminalisieren war.